Heimweh wie ein Schweizer Gardist

Barbara Cassin sucht in ihrem Essay Nostalgie nach der Conditio humana.

15.01.2022 02:00:00

Barbara Cassin sucht in ihrem Essay Nostalgie nach der Conditio humana.

Barbara Cassin sucht in ihrem Essay „Nostalgie“ nach der Conditio humana.

Wenn wir uns dieser Tage eine Rückkehr in das normale Leben nach der Pandemie erhoffen, so gleicht unsere Befindlichkeit jener des Odysseus. Man träumt vom Ankommen; ist es dann da, erwartet uns zu oft das Unheimliche, das allzu vertraute Schreckliche des Alltags. In diesem „noch nicht“ besteht der Reiz dieser nostalgischen Verpuppung, als zeitliches und räumliches Getrenntsein. Eine Irrfahrt entsteht erst durch die Benennung eines Ziels und das Verpassen desselben; Odysseus als Prototyp des modernen Bürgers, überall und nirgendwo zu Hause. Als ziellos hingegen erweist sich Vergils Aeneas, der dem zerstörten Troja entkommt, als Exilant für Furore sorgt und damit ein eigenes Narrativ des Fremden als Gründer schafft.

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Mit Kind auf Gleisen: Familie jahrelang gestalktHorrortat in Sollenau: Nun setzt sich Stück für Stück zusammen, was sich als kollektives Versagen bezeichnen lässt. Das Psychogramm eines Stalkers, das schaudern lässt. Was ist mit unseren Behörden los? Und dieser Herr läuft frei herum. Kein Personenschutz für Kinder und Frauen. Es gibt eine allgemeine Abmachung der Medien, nicht über Selbstmörder zu berichten. Dass das ein nicht zu fassende Tat ist ist klar - aber warum um Himmels Willen berichtet man über so etwas - ihr verdammten Schmierfinken! Da tut das Lesen schon weh....ihr habt wohl keine Kinder

Corona-Streit: Lehrerin von Mutter ins Spital geprügeltEin rauer Wind schlägt Wiens Lehrern schon länger entgegen. Jetzt verschärft Corona die Situation weiter, wie ein aktueller Fall aus Wien zeigt.

Wie ich eine Telefon-Betrügerin abblitzen ließWarum ich heute zwar keine Insel besitze, Betrügerin Sabine aber gerne mit mir dort gewesen wäre. Und wie man Bitcoin- und Internet-Betrug auf einen Blick erkennt.

Wieder Corona-Demo in NÖ, wieder ZwischenfälleNÖ: Erneut hatten Maßnahmen-Gegner unangemeldet zu einer Protestaktion versammelt. Die Stimmung sei laut Polizei „ähnlich aggressiv“ wie am Vortag gewesen. Schon wieder steuergeldfinanzierte Regierungshetze verbreiten ? Ähnlich aggressiv wie gestern ? 🤔 Wer millionenfach außerhalb der Risikogruppe impft, riskiert tausendfach den Tod oder Schaden an jungen Menschen. Ich hoffe die Entscheidungsträger bekommen einen fairen Prozess vor einem Kriegsverbrechertribunal. Ein harmloser Spaziergang wurde aggressiv weil sich Vater Staat an harmlosen Bürger vergreifen wollte.

Don’t look down!Gewaltige Rauchwolken, verdorrte Felder, schmelzende Gletscher, Waldschäden durch Borkenkäfer und ein Meer voll Schleim: Bilder aus dem All zeigen, wie die Klimakrise die Erde gezeichnet hat

Kriechmayr-Causa bringt FIS Kritik ein: 'Kindergarten'Schweizer Alpin-Direktor Reusser: 'Nicht korrekt' – Kriechmayr hätte gerne Kernen-S trainiert, aber 'nicht so tragisch'

In Giorgio de Chiricos 1968 entstandenem Ölgemälde „Il ritorno di Ulisse“ sehen wir einen im Ruderboot paddelnden Odysseus auf einer Wasserlache, die sich in einem behaglich eingerichteten Zimmer befindet. Der Meister der metaphysischen Malerei bringt so plakativ die Ambivalenz des Begriffs „Nostalgie“ zum Ausdruck. Die griechische Wortbedeutung des „schmerzenden Heimwehs“ nimmt die Altphilologin und Philosophin Barbara Cassin zum Anlass einer kulturellen Reise. Ausgehend von der vielfach zitierten Irrfahrt des listigen Griechen über das Grundepos des Exils – die Aeneis –, ankert die Französin schließlich bei einer der engagiertesten Intellektuellen und Vertriebenen des 20. Jahrhunderts: Hannah Arendt und ihrem Postulat der Heimat, die keines Bodens bedarf, der Muttersprache. Wenn wir uns dieser Tage eine Rückkehr in das normale Leben nach der Pandemie erhoffen, so gleicht unsere Befindlichkeit jener des Odysseus. Man träumt vom Ankommen; ist es dann da, erwartet uns zu oft das Unheimliche, das allzu vertraute Schreckliche des Alltags. In diesem „noch nicht“ besteht der Reiz dieser nostalgischen Verpuppung, als zeitliches und räumliches Getrenntsein. Eine Irrfahrt entsteht erst durch die Benennung eines Ziels und das Verpassen desselben; Odysseus als Prototyp des modernen Bürgers, überall und nirgendwo zu Hause. Als ziellos hingegen erweist sich Vergils Aeneas, der dem zerstörten Troja entkommt, als Exilant für Furore sorgt und damit ein eigenes Narrativ des Fremden als Gründer schafft. Zum „Das Wichtigste des Tages“ Newsletter Der einzigartige Journalismus der Presse. Jeden Tag. Überall.