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Große Trauer in Arbesbach um Bär Vinzenz

Am Freitag endete die Lebenszeit des ersten Bären in der 1998 errichteten Tierstation Arbesbach. Vinzenz wurde mit 32 Jahren von seinen Leiden erlöst.

18.10.2020 16:26:00

Am Freitag endete die Lebenszeit des ersten Bären in der 1998 errichteten Tierstation Arbesbach. Vinzenz wurde mit 32 Jahren von seinen Leiden erlöst.

Am Freitag endete die Lebenszeit des ersten Bären in der 1998 errichteten Tierstation Arbesbach. Vinzenz wurde mit 32 Jahren von seinen Leiden erlöst. 

Vier PfotenAm Freitag endete die Lebenszeit des ersten Bären in der 1998 errichteten Tierstation Arbesbach. Vinzenz wurde mit 32 Jahren von seinen Leiden erlöst.Am vergangenen Freitag endete im Bärenwald Arbesbach die Lebenszeit einer Vier Pfoten-Legende: Bär Vinzenz musste mit 32 Jahren von seinem Leiden erlöst werden. Er war, gemeinsam mit seiner 2017 verstorbenen Schwester Liese, der erste Bär, den Vier Pfoten 1998 aus schlimmen Verhältnissen in den damals neu errichteten Bärenwald brachte. Das Team des Bärenwaldes Arbesbach und Vier Pfoten trauern um ein ganz besonderes Tier, das mit seiner Ruhe und seinem Selbstbewusstsein alle, Menschen und bärige Mitbewohner, in seinen Bann gezogen hat.

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„Vinzenz war mit seinen 32 Jahren auch schon deutlich älter als die meisten Bären in freier Wildbahn je werden. Dennoch war er immer ein so stabiler, gesunder Bär, dass wir bis vor Kurzem nicht damit gerechnet haben, ihn so schnell zu verlieren“, sagt Sigrid Zederbauer, Betriebsleiterin im Bärenwald Arbesbach. Leider verschlechterte sich Vinzenz‘ körperlicher Zustand in den letzten Wochen rapide. Verschiedene medikamentöse Therapieversuche haben wenig und nur kurzfristig Erfolg gezeigt. In den letzten Tagen wollte er auch nicht mehr fressen und schien ohne Lebenslust: „Wir haben schließlich schweren Herzens beschlossen, sein Leiden nicht unnötig zu verlängern. Er ist dann friedlich und im gewohnten Umfeld eingeschlafen.“

Bär mit freundlichem BlickVinzenz, dieser stattliche, helle Bär mit dem freundlichen Blick, hinterlässt eine unglaubliche Lücke. „Er war mit seiner stets ausgeglichenen und freundlichen Art so etwas wie der Ruhepol. Viele Besucherinnen und Besucher des Bärenwaldes waren deklarierte Vinzenz-Fans. Wie er da prächtig und mit seiner selbstbewussten Art durchs Gehege gestreift ist... ‚Vinzi for President!‘ haben wir scherzhaft immer über ihn gesagt“, erzählt Zederbauer wehmütig. headtopics.com

Nicht immer konnte Vinzenz durch natürliches Waldgebiet streifen. Er wurde 1988 in Slowenien geboren und geriet bald darauf gemeinsam mit seiner Schwester Liese in die Hände von Zirkusdompteuren, die kurze Zeit später verschwanden und die beiden in der Steiermark zurückließen. Dort wurden die Geschwister als Werbeträger für einen neuen Skilift missbraucht und ab Juli 1989 in eine 300 Quadratmeter kleine Betongrube auf der Gemeindealpe bei Mitterbach als Attraktion für Touristen gepfercht. Vinzenz und Liese fristeten ganze neun Jahre ein trauriges Dasein. Sie lernten schnell, dass durch „Männchen machen" sich die Leute zur Fütterung mit Essensresten hinreißen ließen. Nach dem Konkurs des Liftbetreibers konnte und wollte sich niemand mehr um die beiden Braunbären kümmern. Daher sicherte Vier Pfoten gemeinsam mit der Bergrettung die Betreuung und organisierte schließlich die Übersiedlung in den Bärenwald Arbesbach im Bezirk Zwettl.

Stets auf der Suche nach LeckerbissenVier Pfoten-Geschäftsführer Josef Pfabigan war federführend bei der Rettung von Vinzenz und Liese am 8. September 1998 dabei. Er erinnert sich: „Es war ein unglaublich emotionaler Moment für uns alle zu beobachten, wie diese beiden gequälten Bären erstmals die Natur erkundeten. Gleich im darauffolgenden Winter hielten sie ihre erste Winterruhe – was für ein Erfolg! Vinzenz war ein stattliches und selbstbewusstes Tier. Dass er den größten Teil seines Bärenlebens und damit viele tiergerechte Jahre in unserem Bärenwald verbringen konnte, freut uns und ist uns Trost in Zeiten des Verlusts.“

Vinzenz war stets auf der Suche nach Leckerbissen. Er liebte die Abkühlung im Wasser und ließ kein freundschaftliches Gerangel mit seinen bärigen Mitbewohnern aus. „So werden wir alle ihn in Erinnerung behalten: souverän, umgänglich und zufrieden - und natürlich wunderschön“, sagt Betriebsleiterin Zederbauer.

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