Glossenhauer - Demokratie fürs Smartphone?

16.10.2021 16:00:00

Regieren ist wie | Social Media. Wenn man einmal damit angefangen hat . . .

Regieren ist wie Social Media. Wenn man einmal damit angefangen hat ... glossenhauer

Regieren ist wie | Social Media. Wenn man einmal damit angefangen hat . . .

Während in Österreich wieder alles ganz, ganz normal und über die Maßen gemütlich abläuft, sind die Schwesterparteien der ÖVP (Kurz für: Öffentliche Verbal Patzereien) in Deutschland, also die CDU und CSU, nach einem etwas unerfreulichen Wahlergebnis ein bisschen in der Krise.Die Ereignisse der vergangenen zehn Tage werden der Republik, der Regierung und allen voran der ÖVP noch lange in den Knochen stecken.Created with Sketch.Die vermeintliche Krise der Demokratie ist zu einem Topos der Gegenwart geworden.

Die einen glauben, die Mutter aller Wahldesaster liege am Kanzlerkandidaten, die anderen meinen Mutti selbst war schon das Desaster.Und so manch einer wünscht sich 'Einen wie Kurz' für die Union.Überhaupt ist es diese grundsätzliche Unberechenbarkeit, die sich zu einem bemerkenswerten Charakterzug der österreichischen Innenpolitik entwickelt hat.Zumindest bis vorigen Mittwoch.Zuvor traf man sich zur Messe in der Karlskirche, anschließend soll die Demo durch die Innenstadt ziehen.Der große Vorsitzende der jungen Union etwa.Das Ende alter Gewissheiten ist keine österreichische Besonderheit, im Gegenteil: Einmal mehr sprang die Alpenrepublik auf einen Zug auf, der in anderen Ländern längst Fahrt aufgenommen hatte.Wobei der Name 'junge Union' schon so etwas ist wie 'trockenes Wasser', da die große Mehrheit der Jung- und Erstwähler die Grünen oder die FDP gewählt haben.Das Vertrauen in und der Respekt vor staatlichen Institutionen scheint selbst unter Politikern zu sinken - von vermeintlich erkaufter Gesetzgebung und beeinflusster Berichterstattung bis zu einem zuletzt erschütterten Justizsystem.

Trotzdem gibt es unter den Keimlingen im konservativen Gewächshaus eine Sehnsucht nach Kürze.Andererseits ist ohne stabile Parteien keine stabile, berechenbare Politik zu haben.Zahlreich vertreten war auch die Gegendemo der"Pro-Choice"-Bewegung, die sich für das Recht zur Selbstbestimmung von Frauen einsetzt.Vielleicht auch gerade jetzt, da man sieht: Egal, was auch passiert, mit Kurz wird weiterregiert.Und der neue Kanzler benutzt auch noch den kurzen Twitter-Kanal.Wie ein Treppenwitz der Geschichte mutet es dabei an, dass sich ausgerechnet jene Institutionen als Garanten für ein Mindestmaß an Stabilität erweisen, die noch vor kurzem als Blockierer oder gleich als aus der Zeit gefallen betrachtet wurden: Länder, Sozialpartner und Bundespräsident.Denn das ist wahrscheinlich auch das größte der Probleme der deutschen unierten Christenheit, die Absenz eines Regierungsmandats.Die Aufstellung des"Marsch fürs Leben" sorgt für Aufsehen: Das Banner ganz vorne wird von Teenies und teilweise Kindern getragen.Denn eine Regierung ohne Union ist ja noch irgendwie vorstellbar, aber eine Union ohne Regierung?Das wäre ja so, wie wenn Facebook eines Tages ausfallen würde.Die Landeshauptleute, indem sie sich am Staatsoberhaupt ein Vorbild nehmen und Landtags- tunlichst ebenfalls zu Persönlichkeitswahlen umfunktionieren, während bei den Sozialpartnern ausgerechnet die repräsentativen Mängel eines vormodernen Wahlrechts für Stabilität sorgen.Ein Gespräch am Rande des Philosophicum Lech über nicht mehr treffsichere demokratische Instrumentarien, die unterschätzte Mündigkeit von Staatsbürgern und warum man Partizipation erst lernen muss.

Und WhatsApp und Instagram! Das war ja kürzlich.Und.Der Republik, die zweimal von den Parteien gegründet wurde und diese Parteien finanziell wie institutionell hegt, pflegt und privilegiert, drohen ihre bisher tragenden Säulen wegzubrechen."...Das eine sollte nicht ohne das andere zu haben sein.? Es war entsetzlich! Menschen haben in diesen sieben Stunden fürchterliche Dinge getan: Bücher gelesen, das gesamte Geschirr gespült, Socken nach Farbe sortiert oder Zeit mit ihren Kindern verbracht! Mit spielen! Und lachen! Und singen.Sie muss sich auch strukturell weiterentwickeln.

So etwas das darf nie wieder passieren!Wo sollen denn die Menschen sonst ihre schlechte Laune herkriegen?Angeblich wäre das ja alles nur wegen eines kleinen Updates passiert, eines Konfigurationsproblems..Ja, kennt jeder Smartphonebesitzer.Da lädt man sich was rauf und dann funktioniert das überhaupt nicht.Ob dieses inkompatible Update wirklich Armin geheißen hat und kein sch sprechen kann, ist nicht bekannt.Vielleicht hieß es ja auch Alexander?Oder es stimmt alles gar nicht und dahinter steckt wer anderer? Die russische Verschwörung der jüdischen Golfplatzbetreiber aus Nordafghanistan und dem Tiroler Unterland, die ja auch für die Impfskepsis der Buckelwale verantwortlich sind, weswegen jetzt in Kalifornien die Wälder brennen.Das Unbehagen richtet sich also gegen die sehr beschränkte Möglichkeit der Mitentscheidung.

Kann man aber auch nicht mit Sicherheit sagen, weil ja Facebook nicht online war.Und dort sind ja die seriösen Quellen für solche Fälle zuhause.Nicht mehr dort zuhause ist die Whistleblowerin Frances Haugen.Die hat nämlich interne Studien von Facebook an die Öffentlichkeit getragen, in denen steht, dass sich auf all diesen asozialen Geweben Menschenhändler, Drogenkartelle und Auftragskiller bewegen.Obendrein sollen sie extrem negative Folgen auf die Psyche von Teenagern haben (aber natürlich nur, sofern diese Teenager nicht Menschenhändler, Drogenhändler und Auftragskiller sind).Das ist ein vormodernes Konzept, es stammt aus der mittelalterlichen Ständegesellschaft und hat dort auch Sinn gemacht.

Da fragt man sich doch, ob man nicht mal Facebook selbst abschalten sollte.Instagram löschen.WhatsApp vom Smartphone kicken.Ist vielleicht angenehmer.Das wäre dann so wie.Berufspolitiker sind ja auch keine Fachleute, sondern gut informiert durch Expertinnen und Experten.

.., wenn nicht immer dieselbe Partei regiert.Klingt irre: Das nennt man Demokratie..Das entscheidende Problem ist, dass Sie dabei nicht der einzelnen Entscheidung so viel Gewicht geben dürfen, wie das geschieht, wenn Sie nur alle 20 Jahre einmal abstimmen können.

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