Frankreich-Wahlen: Rachel Kéké: Die Putzfrau wird Parlamentarierin | Kleine Zeitung

21.06.2022 07:22:00

Ein Zimmermädchen will in Frankreichs Parlament aufräumen: Rachel Kéké arbeitete einst als Putzfrau und legte sich mit ihrem Arbeitgeber, Europas größter Hotelkette, an. Nun zieht die 48-Jährige ins französische Parlament ein.

Ein Zimmermädchen will in Frankreichs Parlament aufräumen: Rachel Kéké arbeitete einst als Putzfrau und legte sich mit ihrem Arbeitgeber, Europas größter Hotelkette, an. Nun zieht die 48-Jährige ins französische Parlament ein.

Ein Zimmermädchen will in Frankreichs Parlament „aufräumen“: Rachel Kéké arbeitete einst als Putzfrau und legte sich mit ihrem Arbeitgeber, Europas größter Hotelkette, an. Nun zieht die 48-Jährige ins französische Parlament ein.

© (c) AP (Thibault Camus)Julian Melichar,21. Juni 2022,6:00 UhrSie war keine Tellerwäscherin. Aber eine Putzfrau. Sie wurde nicht zur Millionärin, aber erkämpfte sich einen fairen Lohn und zieht nun, als Teil der französischen Links-Bewegung NUPES, ins Parlament ein.

Die Rede ist von Rachel Kéké. Die Frau aus der Elfenbeinküste wuchs in der afrikanischen Metropole Abidjan auf, wo ihr eine Kindheit nie vergönnt war. Mit zwölf starb ihre Mutter. Ihre kleinen Geschwister zog sie danach alleine auf. Kéké durchlief keine elitäre französische Kaderschmiede, denn sie musste mit 16 Jahren Geld verdienen lernen. Später arbeitete sie in Paris als Putzfrau und Zimmermädchen für die Hotelkette „Ibis“.

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© (c) AP (Thibault Camus) © (c) AP (Thibault Camus) Julian Melichar, 21.© APA/AFP/POOL/MICHEL SPINGLER Macron bei der Stimmabgabe im Norden Frankreichs © APA/AFP/POOL/MICHEL SPINGLER 19.© APA/AFP/POOL/MICHEL SPINGLER Macron bei der Stimmabgabe im Norden Frankreichs © APA/AFP/POOL/MICHEL SPINGLER 19.© (c) APA/AFP/LUDOVIC MARIN (LUDOVIC MARIN) Das Macron-Lager musste eine Wahlschlappe einstecken © (c) APA/AFP/LUDOVIC MARIN (LUDOVIC MARIN) Martina Meister, 20.

Juni 2022, 6:00 Uhr Sie war keine Tellerwäscherin. Aber eine Putzfrau. Kurz nach der Wiederwahl von Präsident Emmanuel Macron für eine zweite Amtszeit am 24. Sie wurde nicht zur Millionärin, aber erkämpfte sich einen fairen Lohn und zieht nun, als Teil der französischen Links-Bewegung NUPES, ins Parlament ein. Das neue linke Bündnis angeführt von Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon wird mit 150 bis 180 Sitzen im Parlament vertreten sein. Die Rede ist von Rachel Kéké. Bei der entscheidenden Runde der französischen Parlamentswahl steht Präsident Emmanuel Macrons Wählerbündnis vor einer Schlappe. Die Frau aus der Elfenbeinküste wuchs in der afrikanischen Metropole Abidjan auf, wo ihr eine Kindheit nie vergönnt war.

Mit zwölf starb ihre Mutter. Das links-grüne Bündnis Nupes kommt demnach auf 150 bis 200 Sitze. Denn normalerweise wird die kurz nach der Präsidentschaftswahl abgehaltene Parlamentswahl als Bestätigung gesehen, so dass oft die gleiche politische Kraft mit absoluter Mehrheit siegt. Ihre kleinen Geschwister zog sie danach alleine auf. Kéké durchlief keine elitäre französische Kaderschmiede, denn sie musste mit 16 Jahren Geld verdienen lernen. Später arbeitete sie in Paris als Putzfrau und Zimmermädchen für die Hotelkette „Ibis“. Dafür benötigte er eine Mehrheit im Parlament. Kampf für gerechte Arbeitsbedingungen In den frühen Morgenstunden fuhr sie mit dem Zug als unsichtbare Arbeiterin in eine Stadt, die für sie sonst keinen Platz vorsieht.

Diskret und ohne aufzufallen säuberte sie 30 bis 40 Zimmer pro Tag. Überstunden, die unbezahlt blieben, standen an der Tagesordnung. Auch wenn viele Franzosen unzufrieden mit Macrons erster Amtszeit waren, profitierte der 44-Jährige davon, dass die Parlamentswahl in Frankreich als Bestätigung der Präsidentschaftswahl empfunden wird. Ebenso sexuelle Übergriffe, rassistische Anfeindungen, körperliche Beschwerden ob einer Arbeit, die weitaus mehr abverlangt, als einen federleichten Staubwedel zu schwingen. Im Juli 2019 reichte es Kéké. Sie legte sich mit ihrem Arbeitgeber, der größten Hotelgruppe Europas, an. Mehr zum Thema.

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen, die meisten aus Schwarzafrika stammend, zettelte sie einen monatelangen Streit an. Mit Erfolg. Nach 22 Monaten lenkte die Hotelkette und die dazugehörige Reinigungsfirma ein. Danach wurde die Politik auf sie aufmerksam. Der Rest ist Teil eines kleines Märchens.

Kriegerin und Löwin „Ich bin die Stimme aller Stimmlosen“ sagte die 48-Jährige nach ihrem Wahlerfolg am Wochenende. Kéké, die sich in ihrem Wahlbezirk gegen Macrons ehemalige Sportministerin Roxana Marcineanu durchsetzen konnte, bezeichnet sich als „Kriegerin, Löwin“. Als solche wird sie die französische Nation an die Grundkoordinate „Égalité“ , also Gleichheit, erinnern. Und die politischen Hinterstübchen ordentlich durchlüften, wie einst unzählige Hotelzimmer. Julian Melichar .