Filmförderung: Auch die nicht ganz so straffe Geschlechter-Quote spaltet Filmbranche

Filmförderung: Auch die nicht ganz so straffe Geschlechter-Quote spaltet Filmbranche

22.04.2021 13:31:00

Filmförderung: Auch die nicht ganz so straffe Geschlechter-Quote spaltet Filmbranche

Die Entscheidung für ein 'Gender Budgeting' in der Filmförderung des Bundes ist gefallen.

pocketAm Dienstag endete eine eineinhalbjährige, teils hart geführte Diskussion in der Filmbranche mit einem klaren Ergebnis: Der Aufsichtsrat des Österreichischen Filminstituts (ÖFI) beschloss das „Gender Budgeting“. Eine Richtlinienänderung bei der Filmförderung, die gewährleisten soll, dass innerhalb der nächsten vier Jahre eine Gleichstellung von Männern und Frauen bei Filmprojekten erreicht wird.

Raab sprach mit Expertinnen zu 'kulturell bedingter Gewalt' Sebastian Kurz erhält „Freiheitspreis der Medien“ NEOS-Saubermann Brandstätter im Visier

Dabei wird das Schwedische Berechnungsmodell herangezogen, das zwischen drei Hauptbeteiligten unterscheidet: Regie, Drehbuch und Produktion. Sind etwa eine Regisseurin, eine Drehbuchautorin und ein Produzent beteiligt, so wandern – bei einer Fördersumme von 600.000 Euro – zwei Drittel, also 400.000 Euro, in ein fiktives Frauenkonto und 200.000 in ein fiktives Männerkonto. Unterm Strich soll spätestens 2024 das Jahresbudget des ÖFI von derzeit 21,5 Millionen Euro zu annähernd gleichen Teilen zwischen Männern und Frauen aufgeteilt sein. Derzeit profitieren Frauen zu rund dreißig Prozent vom Förderkuchen.

Die Basis der Entscheidungen bilde „nach wie vor die qualitative inhaltliche, künstlerische und wirtschaftliche Beurteilung der Projekte“, sagte ÖFI-Direktor Roland Teichmann. Es wird betont, dass es keine straffe Quote gibt, sondern eine Einschleifregelung mit Jahr für Jahr steigenden Zielwerten für einen sanften Übergang. Zudem sind vorerst keine Sanktionen bei Nichterreichung verankert. headtopics.com

Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer:"Freue mich, dass jetzt deutliche Schritte in Richtung Geschlechtergerechtigkeit folgen werden.“© Bild: Kurier/Juerg ChristandlKulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne), die dieses Modell unterstützte und"einen zukunftsweisenden Schritt" sieht, hob hervor, „dass im Zuge der Diskussion der letzten Monate Personen aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Filmbranche Überlegungen angestellt haben, wie diese strukturelle Problematik am besten gelöst werden kann. Das zeugt von einem hohen Maß an Problembewusstsein.“

Tatsächlich gelangten drei Modelle zur Abstimmung: Die von der Initiative „No Change Without Change“ per Petition vorgeschlagene Quotenregelung, die sich durchgesetzt hat, des Weiteren ein Modell, das sich an der bisherigen Förderpraxis orientierte ("Aquivalenzmodell") und das"EqualityPlus"-Modell, das einen zusätzlichen Fördertopf schaffen wollte (m

ehr dazu finden Sie im Artikel unten)."Nicht das gerechteste Modell"Die beiden Alternativmodelle wurden vom Verband Filmregie Österreich mitentwickelt. Dessen Obmann Markus Schleinzer sieht nun ein „Armutszeugnis für die Filmbranche“. Es habe sich „nicht das gerechteste Modell den Weg gebahnt. Dass eine Entscheidung entlang einer Quote keine Entscheidung entlang von Qualität sein kann, sagt einem jeder Statistiker.“

Markus Schleinzer vertritt den Verband Filmregie Österreich (VFÖ), einer von mehreren Interessensvertretungen im Bereich Regie© Bild: Kurier/Gerhard DeutschMit den eigenen Konzepten habe man – sowie andere betroffene Verbände – im Ministerium kein Gehör gefunden, moniert Schleinzer im KURIER-Gespräch. Vonseiten des Ministeriums hält man gegenüber dem KURIER fest, dass es"zu den Details des neuen Vorschlags ausführliche Gespräche mit dem Büro der Staatssekretärin gab, in denen auch vereinbart wurde, dass der Aufsichtsrat als das zuständige Gremium alle eingebrachten Fördermodelle behandeln und in Folge eine Entscheidung treffen wird." headtopics.com

Scharfe Angriffe von Maurer gegen WKÖ: 'altes, unsoziales Denken' Deklaration - Ehemalige Spitzenpolitiker setzen sich für die 'Wiener Zeitung' ein Soll Barzahlung von mehr als 10.000 Euro verboten werden?

Mehr Ausgewogenheit bei LeitungspositionenIm Regieverband sieht man auch als Problem, dass bei der nun beschlossenen Richtlinie nur drei Berufe berücksichtigt sind, nicht aber die vielen technischen Berufe von Kamera bis Ton. Hier verweist das Ministerium auf das bereits bestehende

 "Gender Incentive" im ÖFI, basierend auf einem Punkteschlüssel. Dieses berücksichtige bereits alle Stabstellen und biete"einen Anreiz, Filmteams ausgewogener mit Frauen und Männern zu besetzen". Das neue „Gender Budgeting“ solle bewirken,"dass es zukünftig über alle geförderten Projekte hinweg mehr Ausgewogenheit bei der Besetzung der Projektleitungsfunktionen geben wird. Wenn eine Erweiterung dieser Stellen als Ergebnis der geplanten Evaluierung als sinnvoll erscheinen sollte, können weitere Stabstellen oder Filmberufe ergänzt werden", so das Kulturministerium.

Das Thema sei längst „in der Mitte der Branche angekommen“, meint hingegen Schleinzer. Regisseurinnen würden zunehmend große Filmbudgets bekommen, beim Nachwuchs sehe er „fast schon Parität“ zwischen den Geschlechtern. Mit der neuen Regelung dürfe man sich aber Sorgen um den männlichen Nachwuchs machen.

MitgliederbefragungDen rund 1.800 (teils sehr prominenten) Unterschriften der Petition hält er entgegen, dass dies nicht die Mehrheit der Branche widerspiegele. In einer Mitgliederbefragung im Regieverband seien 57 Prozent contra Quote gewesen. Schleinzer sieht auch betroffene Produzenten- und Drehbuchverbände auf seiner Seite, man wolle nun „im Gespräch bleiben“. headtopics.com

Der zuständige Fachverband in der Wirtschaftskammer, vertreten von Alexander Dumreicher-Ivanceanu (Grüne Wirtschaft), begrüßte die Entscheidung, ebenso die SPÖ. Es müsse aber begleitende Konzepte geben, die Frauen dazu ermutigen, verstärkt einzureichen, sagte SPÖ-Frauen- und Kultursprecherin Gabriele Heinisch-Hosek.

Weiterlesen: KURIER »

Auch Dacias werden langsamer: Neue Renault-Autos sollen nicht schneller als 180 km/h fahrenRenault forciert nicht nur Fahrzeuge mit Elektroantrieb sondern will künftig auch die Geschwindigkeit von Neuwagen drosseln.

Auch Orbáns Zaun kann sie nicht lang aufhaltenSchlepper schleusen Migranten routinemäßig durch ungarisches Gebiet. Eine Reportage von Serbiens Grenze.

Mindestlohn macht auch vor ÖVP-Gemeinden nicht HaltRotes Projekt im Burgenland: 38 der 171 Gemeinden haben 1.700 Euro netto bereits beschlossen.

Gefilmter Missbrauch: Opfer von 'Girls Do Porn' werden auch Jahre später immer noch belästigtDer Fall beschäftigt die Behörden nach wie vor und brachte eine Diskussion rund um Aufnahmen von Missbrauch auf Pornoseiten ins Rollen sich als 'armes missbrauchtes Opfer' zu inszenieren, dürfte die Strategie sein, an Mio. Entsch. zu kommen. Wer soll bitte glauben, dass die Macher versprochen hätten, ein prod. Porno werde nie veröffentlicht Selbstverst. haben die gewusst, worums geht. So what? Shurjoka Zeigt einmal mehr, wie die Branche funktioniert. Einfach nur ekelhaft.

'Guten Morgen Österreich'-Moderator Lukas Schweighofer künftig auch für ORF-Sport im EinsatzErstmals beim Beachvolleyball Continental Cup Baden – Er soll auch bei Fußball-Europameisterschaft oder Olympischen Spielen zu sehen sein