Filmfestival - Darf’s ein bisschen Kino sein?

In Saarbrücken und Solothurn trotzt man Omikron, die Berlinale hat sich verkleinert, um stattfinden zu können.

19.01.2022 00:00:00

Filmfestivals im Pandemie-Dilemma: In Saarbrücken und Solothurn trotzt man der Omikron-Welle, die berlinale hat sich selbst verkleinert, um überhaupt stattfinden zu können.

In Saarbrücken und Solothurn trotzt man Omikron, die Berlinale hat sich verkleinert, um stattfinden zu können.

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Man will Präsenz zeigen, aber wie präsent darf man sein, wenn draußen die Omikron-Welle wütet? Eine Frage, die sich derzeit viele Veranstalter stellen, und besonders Filmfestivals geraten in den Fokus, weil sie die einzigen Veranstaltungen sind, bei denen tausende Menschen aus aller Welt gleich für mehrere Tage in vollen Kinos sitzen und sich entsprechend 'austauschen'.Vergangene Woche kündigte die ursprünglich für 10. bis 20. Februar anberaumte Berlinale eine Änderung des Festival-Konzepts an: Premieren und Pressevorstellungen sowie anwesende Gäste und Stars würden nur von 10. bis 16. Februar in Berlin sein, die restlichen vier Kino-Tage stünden ausschließlich dem Berlinale-Publikum zur Verfügung. Partys und Empfänge sind abgesagt, und der European Film Market findet nur im Internet statt. Man will die Zuschauerströme lenken und verhindern, dass das größte deutsche Festival zum Mega-Spreader-Event wird. Die Aufregung war groß, hatten die meisten der akkreditierten Gäste zu diesem Zeitpunkt doch längst ihre Reise und Hotels gebucht. Diese müssten nun geändert werden, sofern man an die Kurz-Berlinale nicht noch einen viertägigen, unfreiwilligen Berlin-Trip anhängen möchte. 'Wir sind uns bewusst, dass die Veränderung des Festivalkonzepts Einfluss auf die Dauer Ihres Aufenthalts oder die Aufrechterhaltung Ihrer Akkreditierung haben könnte. Selbstverständlich hoffen wir, dass Sie trotz Konzeptveränderung weiterhin zum Festival kommen', hieß es in einem Schreiben, das die Berlinale am Dienstag aussandte. Darin wird auch aufgefordert, die Anmeldung zurückzuziehen, falls man doch nicht anreisen will; und zwar zeitgerecht bis 20. Jänner.Filmfestivals stecken angesichts von Corona in einer Zwickmühle: Sie machen eigentlich nur als Präsenzveranstaltung Sinn, weil es ja um das Kinoerlebnis geht. Zugleich verhindert Omikron derzeit die Zusammenrottung allzu großer Menschenmengen.Hybrid-Festival in SaarbrückenIn Saarbrücken, wo mit dem Filmfestival Max Ophüls-Preis (MOP) das wichtigste Nachwuchs-Festival im deutschsprachigen Raum stattfindet, trotzt man der Pandemie. Anders als die Berlinale hat man in Saarbrücken das Festival nicht verkürzt, sondern von 16. bis 26. Jänner verlängert, um bei halber Belegung der Säle eine annähernd hohe Auslastung zu erreichen. Kinotickets müssen online vorreserviert werden, zur Auswahl stehen Arbeiten des jungen Films, darunter auch etliche Beiträge aus Österreich. Jola Wieczorek zeigt ihre Doku 'Stories from the Sea', Elena Wolff ihren Spielfilm 'Para:Dies' und C.B. Yi sein Debüt 'Moneyboys'.In Saarbrücken verfolgt man ein hybrides Konzept: Ein Großteil der Wettbewerbsfilme ist, genau wie die 31 langen und kurzen Filme in den Nebenreihen, im Streaming-Angebot auf der Festival-Website verfügbar (etwas, das die Berlinale nicht anbietet). Alle Branchenveranstaltungen finden indes rein virtuell statt: Unter dem Namen MOP-Connect trifft man sich ausschließlich im virtuellen Raum. Es gilt die 2G-Plus-Regel, die Preisverleihung findet nur im Internet statt. 'Wir sind total happy, dass dieses Modellprojekt wirklich stattfinden kann und wir es ausprobieren dürfen', sagte Festivalleiterin Svenja Böttger bei der Eröffnung, die in acht Kinos im Saarland und digital übertragen wurde.Die an diesem Mittwoch mit 'Loving Highsmith' über die Thriller-Autorin Patricia Highsmith startenden Solothurner Filmtage in der Schweiz gehen ein wenig lockerer mit der Pandemie um: Dort gilt die 2G-Regel und es wird auch Empfänge, sogenannte Apéros, geben, diese allerdings nur mit Impfung und aktuellem negativen Test. Um das ständige Kontrollieren der 2G-Nachweise zu vereinfachen, können Besucher einmalig auch ein Armbändchen lösen, um gleich erkannt zu werden, was aber auch Missbrauch möglich machen dürfte. Kapazitätsbeschränkungen gibt es keine, eine Hybridversion ebenso nicht. 'Falls der Bund oder der Kanton Solothurn Großveranstaltungen verbietet, könnten wir auf eine Online-Version umstellen', heißt es auf der Website des Festivals.Der Wille zur Präsenz in den Kinosälen eint die Filmfestivals; ein grundsätzlich gutes Zeichen, jedoch wäre eine generelle Online-Verfügbarkeit der Filme in Pandemie-Zeiten jedenfalls publikumsfreundlicher. Möglicherweise würde man sogar neue Besucher-Gruppen erreichen, die diese Festivals sonst gar nicht besucht hätten.