Explosion in Beirut: Trotz angekündigter Neuwahl Proteste geplant

Maas und Macron mahnen vor Libanon-Geberkonferenz Reformen an.

10.08.2020 02:04:00

Explosion in Beirut: Trotz angekündigter Neuwahl Proteste geplant

Maas und Macron mahnen vor Libanon-Geberkonferenz Reformen an.

Der Libanon steckt schon seit Jahren in einer schweren Wirtschafts- und Währungskrise, die durch die Corona-Pandemie noch verschärft wurde. Nach den verheerenden Explosionen wirkten Behörden und Regierung komplett überfordert, die Aufräumarbeiten und Hilfen für Opfer übernahmen die Beiruter meist in Eigeninitiative.

„Nicht nötig, Maßnahmen verpflichtend zu machen“ Wütender Hamilton zweifelt an Objektivität der FIA Prinz Charles: So abgehoben lebt der Thronfolger!

Das Angebot von Regierungschef Diab, seinem Kabinett am Montag Neuwahlen vorzuschlagen, konnte die Beiruter nicht besänftigen. Sie wollen, dass die gesamte politische Elite abtritt, der sie vorwerfen, eher am konfessionellen Proporz und ihren persönlichen Vorteilen interessiert zu sein als an der Lösung der Krise im Land.

"Wir können es nicht mehr ertragen. Wir werden als Geiseln gehalten, wir können das Land nicht verlassen, wir können unser Geld nicht von den Banken abheben. Die Menschen hungern, es gibt mehr als zwei Millionen Arbeitslose", beklagte am Samstag die Demonstrantin Médéa Azoury."Und jetzt ist Beirut durch Fahrlässigkeit und Korruption vollständig zerstört worden."

Im Internet kursierten Aufrufe zu weiteren Massenprotesten am Sonntagnachmittag."Bereitet die Galgen vor, denn unsere Wut endet nicht nach einem Tag", hieß es in einer Botschaft.Geberkonferenz: Kein Vertreter aus ÖsterreichEtwa für die gleiche Zeit richten Frankreich und die UNO eine internationale Geberkonferenz aus, um Spenden für die humanitäre Nothilfe in dem ehemaligen Bürgerkriegsland zu sammeln. An der Videokonferenz will auch US-Präsident Donald Trump teilnehmen.

Aus Österreich wird laut Außenministerium kein Vertreter an der Konferenz teilnehmen. Die EU sei durch EU-Ratspräsident Charles Michel und den Ratsvorsitzenden deutschen Außenminister Maas vertreten, hieß es am Samstag auf APA-Anfrage.

Frankreich richtete bereits eine Seebrücke ein, um 18 Tonnen Medikamente und fast 700 Tonnen Lebensmittel nach Beirut zu bringen. Der deutsche Außenminister Heiko Maas kündigte eine Soforthilfe in Höhe von zehn Millionen Euro an. Gleichzeitig mahnte Maas Reformen im Libanon an. Das Land habe bereits vor der Katastrophe"vor überwältigenden Herausforderungen" gestanden."Ohne dringend benötigte Reformen kann es weder nachhaltigen Wandel noch Stabilität geben."

Weiterlesen: KURIER »

Freiheit für Meinungen und Medien

Die Verfassung sichert die Pressefreiheit und verbietet jede Form von Zensur - jetzt soll es um mehr Transparenz gehen.

Explosion in Beirut: Neuwahl angekündigt, Proteste gehen weiterNach der Explosionskatastrophe in Beirut wird auch die Wut der Libanesen auf ihre politische Führung zunehmend explosiver. Proteste Libanon

Explosion in Beirut: 'Revolution, Revolution': Wütende Proteste gegen RegierungWährend die internationale Solidarität mit den Menschen in Beirut groß ist, gerät die libanesische Regierung immer mehr in die Kritik. Demonstranten versuchten, die Absperrungen zum Parlament zu durchbrechen.

Heftige Krawalle nach Explosion in BeirutIn Beirut gerät nach der Explosion die Lage außer Kontrolle. Wütende Demonstranten stürmten das Außenministerium. Bei den Protesten fielen Schüsse.

Nach Explosion: In Beirut klafft ein 43 Meter tiefer KraterDie US-Erdbebenwarte USGS registrierte Erschütterungen der Stärke 3,3. Am Sonntagnachmittag steigt eine internationale Geberkonferenz.

Beirut: Explosion riss 43 Meter tiefen KraterErst allmählich wird das gigantische Ausmaß der Zerstörung deutlich. Die Wut der Bürger kocht weiter hoch.

Polizist bei Protesten in Beirut getötetBei den Zusammenstößen im Zentrum von Beirut ist einem Polizeisprecher zufolge ein Polizeibeamter getötet worden.