Eine Toilette für 140 Menschen: So schlimm ist die Lage auf Lesbos

Eine Toilette für 140 Menschen: So schlimm ist die Lage auf Lesbos

21.12.2020 12:13:00

Eine Toilette für 140 Menschen: So schlimm ist die Lage auf Lesbos

Ein Bundesheer-Biologe war einer der wenigen Österreicher im Flüchtlingscamp. Dem KURIER schildert er die Lage vor Ort.

pocketOberstleutnant Rupert Bliem war im November als Teil eines verlegbaren WHO-Labors im griechischen Flüchtlingslager Kara Tepe. Dort testete er mit seinem Team vier Wochen lang bis zu 100 Personen pro Tag auf das Coronavirus. Dem KURIER gab er einen durchaus kritischen Einblick.

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KURIER: Als „unmenschlich“ bezeichnet die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ die Situation auf Lesbos. Zelte sollen bei widrigen Witterungsbedingungen im Schlamm versinken. Können Sie das bestätigen?Rupert Bliem:Nur ein kleiner Teil des Lagers steht auf Schotter, zuletzt schüttete es. Man versucht, sich mit Paletten zu helfen, aber die Menschen sitzen im Gatsch. Noch dazu liegt das Lager direkt am Meer und damit stark im Wind. Der Vorteil der Exponiertheit ist aber die erhöhte Sicherheit. Alleinstehende Frauen sind besser abgegrenzt als in Moria.

Kritisiert wird auch die nicht adäquate Wasserversorgung.Pro Flüchtling stehen täglich 40 bis 50 Liter Wasser zur Verfügung – allerdings nur Kaltwasser. Es wird immer kälter, jetzt braucht es also dringend Warmwasser und Heizelemente. Daran wird mit Hochdruck gearbeitet. Es gibt tolle kleine NGOs, die dafür sorgen, dass zumindest Frauen und Kinder ungestört duschen können. Die anderen Duschen im Lager sind komplett ohne Sichtschutz. headtopics.com

Rupert Bliem testete auf Lesbos sieben Tage pro Woche ohne Pause.© Bild: PrivatWie ist es allgemein um die Hygiene bestellt? Berichten zufolge werden Kinder von Ratten gebissen?Mehr als 7.000 Menschen leben auf engem Raum. Es gibt ein Überangebot an Essen, dass Ungeziefer angelockt wird, ist kaum zu verhindern. Ich möchte noch einmal die freiwilligen Helfer hervorheben, die ihr Möglichstes tun, um Müll zu entsorgen, die Toiletten zu entleeren und zu desinfizieren. Ich kann nicht genau sagen, wie es jetzt in Kara Tepe ist, aber in Moria sollen sich bis zu 140 Menschen ein Klo geteilt haben. Klar ist, niemand möchte dort auch nur einen Tag länger verbringen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der mangelnde Schutz der Flüchtlinge vor dem Coronavirus. Wie sehen die Vorkehrungen im Lager aus? Weiterlesen: KURIER »

Und die haben dort tatsächlich niemanden, der eine Toilette 🚽 aufbauen kann Was ist das für Schrott was ihr verzapft? einfachgestoert Es scheint dort sehr warm zu sein, bei der Entstehung dieses Fotos! 🤔 Und immer brav Frauen und Kinder auf Fotos zeigen... Merkel auf Lesbos 😳😂