Drogenmarkt im Umbruch: Suchtgift, 60- bis 80-mal stärker als Heroin

Neue synthetisch hergestellte Suchtmittel wie Fentanyl verdrängen Drogen aus traditionellem Anbau wie Hanf, Koka oder Mohn. Die Gefahr gesundheitlicher Folgen und einer wachsenden Zahl von...

21.10.2020 12:31:00

Neue synthetisch hergestellte Suchtmittel wie Fentanyl verdrängen Drogen aus traditionellem Anbau wie Hanf, Koka oder Mohn. Die Gefahr gesundheitlicher Folgen und einer wachsenden Zahl von Überdosistoten steigt.

Neue synthetisch hergestellte Suchtmittel wie Fentanyl verdrängen Drogen aus traditionellem Anbau wie Hanf, Koka oder Mohn. Die Gefahr gesundheitlicher Folgen und einer wachsenden Zahl von...

Hauptbild •Eine Kokapflückerin in Venezuela. Viele südamerikanische Bauern hoffen nach dem Ende der Pandemie auf einen neuen Boom. (c) LUIS ROBAYO / AFP / picturedesk.Neue synthetisch hergestellte Suchtmittel wie Fentanyl verdrängen Drogen aus traditionellem Anbau wie Hanf, Koka oder Mohn. Die Gefahr gesundheitlicher Folgen und einer wachsenden Zahl von Überdosistoten steigt.

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Ein Berg aus Gift. Meterhoch türmten sich Plastiksäcke und Reisetaschen vor einem Lastwagen der US-Drogenbehörde. Die Drug Enforcement Agency (DEA) präsentierte den Medien vergangene Woche in ihrer Dependance im kalifornischen Montebello die größte jemals auf US-Boden sichergestellte Menge an synthetischen Drogen.

Im Osten des Großraums Los Angeles hatten die Behörden am 2. Oktober zwei Verstecke ausgehoben, in denen Dealer des Sinaloa-Kartells mehr als eine Tonne Metamphetamin gebunkert hatten. Dazu 405 Kilo Kokain und sechs Kilo Heroin. Und nur eine Woche später stoppten Zöllner an der Südgrenze einen mexikanischen Sattelschlepper, in dessen Laderaum legale und illegale Drogen gepackt waren. Die Drogenfahnder fanden 1367 Kilogramm Methamphetamin sowie 29 Kilogramm Heroin. Und: fast 30 Kilogramm Fentanyl – in Pulver und in gestreckten, falsch ausgezeichneten Pillen. „Was wir hier beschlagnahmt haben, wäre mehr als genug, um jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind in den Vereinigten Staaten und in Mexiko eine Dosis harter Drogen zu verabreichen“, rechnete Bill Bodner, der DEA-Chef in Los Angeles bei der Präsentation vor. „Das ist eine gewaltige Menge.“ headtopics.com

Und es ist ein deutliches Signal für die Entwicklung des Drogenmarktes in den USA. Wie auch ein Warnzeichen für Drogenbauern und -händler im südlichen Teil Amerikas, der seit Jahrzehnten Ursprung des großen Rausches im Norden ist. Die Coronagrenzschließungen, Passagierkontrollen, Flugstreichungen und Quarantänen in den meisten Staaten Süd- und Mittelamerikas im ersten Halbjahr dürften eine Entwicklung deutlich beschleunigen, die sich seit geraumer Zeit abzeichnet: Rauschgiftkonsumenten und Drogenhändler vollziehen einen epochalen Schwenk. Von Mitteln, die aus Naturprodukten wie Hanf, Kokablättern oder Mohnkapseln gewonnen werden, zu Pulvern aus chemischen Laboratorien.

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