Die kunterbunte Republik

27.10.2020 22:30:00

Die Neos wollen die Grünen als Koalitionspartner der Wahl ablösen.

Rotpink

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig hofft darauf, dass die Neos pflegeleichter als sein bisheriger Koalitionspartner sein werden. Von thomasseifert rotpink

Die Neos wollen die Grünen als Koalitionspartner der Wahl ablösen.

Die Koalitions-Farbpalette ist um eine Facette reicher: Rosa-Rot."Die Ärzte" eröffnen die deutsche "ZiB 2": "Tagesthemen"-Intro meistvertwittert am Wochenende "Hier ist das Ärzte Deutsche Fernsehen mit den Tagesthemen!" Foto: Screenshot ARD Tagesthemen Die öffentlich-rechtliche ARD versandte den populärsten deutschsprachigen Tweet des Wochenendes – mit dem Intro der"Ärzte" zu den"Tagesthemen" am Freitag, einer Art"ZiB 2" des Ersten Deutschen Fernsehens.Drucken 1.Buchvorstellung Eine Reise durch die Wiener Wohngeschichte Der Wohnbauforscher Wolfgang Förster reist in seinem Buch durch 2000 Jahre Wiener Geschichte – und zeigt, was die Wohnsituation über den Zustand einer Gesellschaft aussagt Foto: Austrian Archives / Imago / picturedesk.

Jahrelang waren die Bundesländer rot oder schwarz oder später rot-schwarz regiert. Dann kam es zu einer Ausweitung der Koalitionszone: Das rot-grüne Experiment in Wien - das nun offenbar zu Ende geht - währte 10 Jahre, in Vorarlberg sind die Grünen seit 2014 Teil einer schwarz-grünen Koalition. In Tirol und Salzburg (dort unter Neos-Beteiligung) sind die Grünen ebenfalls Teil der Landesregierung. Auch laut Langzeitstudie „Austrian Corona Panel Project“ der Universität Wien - da werden regelmäßig 1500 Personen als repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung befragt - gab es im Oktober rund 41 Prozent Zufriedene. In Oberösterreich regiert Türkis-Blau, Burgenland und Kärnten sind rot, Niederösterreich ist fest in der Hand der ÖVP.\nIn den vergangenen zehn Jahren hat sich ein politisches Kunterbunt entwickelt, und das ist zweifellos ein Fortschritt gegenüber der jahrzehntelangen Zweifarbigkeit der rot-schwarzen Republik.

\nUnd nun also vielleicht bald Rot-Pink - die zweite Regierungsbeteiligung für die Neos nach Salzburg, wo sie seit 2018 mit Andrea Klambauer eine Landesrätin stellen. Das ist Vergangenheit, die Zahl der Unzufriedenen steigt . Den Zug zum Tor kann man den Neos nicht absprechen: Fast auf den Tag genau vor acht Jahren wurden die Neos gegründet und sind nun schon in zwei Landesregierungen vertreten, eine Leistung, für die die Grünen 28 Jahre - seit Gründung - gebraucht haben.\nDer Wiener Bürgermeister Michael Ludwig verkauft die rosa-rote Koalitionsvariante als 'mutiges Experiment', im Vordergrund dürfte aber etwas anderes stehen: Die Pinken dürfen nur einen amtsführenden Stadtrat beanspruchen, den Grünen wären aufgrund ihres Wahlergebnisses zwei zugestanden. Zudem sind die Neos im Vergleich zu den Grünen - die den Rathausbetrieb seit 1991 kennen - auf dem Wiener Rathausparkett noch recht unerfahren. So waren Mitte Oktober nur fünf Prozent der Meinung, dass die Corona-Maßnahmen in Österreich überhaupt nicht ausreichend sind. Bürgermeister Ludwig dürfte wohl darauf hoffen, dass die Neos deshalb auch pflegeleichter als seine bisherigen Koalitionspartner sein werden.

Dennoch: Ein Neos-Regierungsamt im wirtschaftlich bedeutendsten und bevölkerungsreichsten Bundesland der Republik bringt den Neos Prestige und Sichtbarkeit. Auf Bundesebene sind die Pinken in den Umfragen schon jetzt eine - wenn auch derzeit hauchdünne - Koalitionsoption für die ÖVP. Auch gilt für die jeweiligen Amtsinhaber - also Kanzler und Minister sowie Landeshauptleute - weiterhin, dass ihnen gemäß APA/OGM-Vertrauensindex mehr Menschen vertrauen als misstrauen. Das strategische Ziel der Pinken ist es aber, die Grünen als Koalitionspartner der ÖVP im Bund abzulösen. Eine solide Performance in Wien könnte die Neos diesem Ziel bei den nächsten Wahlen näherbringen.\nFür die Grünen ist der Verlust der Regierungsverantwortung im Wiener Rathaus hingegen ein echtes Problem: Bisher waren die Grünen in Koalitionen mit Rot und Türkis und konnten sich als Partei zwischen beiden politischen Polen präsentieren. 4.

Nun gibt es nur mehr Grün-Türkis. Gut möglich, dass der progressive Flügel der Grünen nun im Bund fordert, klarer Kante gegen die ÖVP zu zeigen.\n . Wenn die Politik als untauglicher Orientierungspunkt erscheint und jeder sowieso macht, was immer er will, geht die Sache bestimmt schief.

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Eine Reise durch die Wiener Wohngeschichte - derStandard.atBin immer wieder angetan von der GeschichteWiens. Klingt auf jeden Fall sehr interessant. Passend dazu auch Gibt es als Hardcover, wie auch als Download.

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89.000 Neuinfektionen - aber für Trump sind die USA 'am Wendepunkt'Biden und Obama attackieren Amtsinhaber Trump - der wiederum spielt die Pandemie erneut herunter. Hier ist er - der Bericht den man bei Euch vergebens sucht.

Die Koalitions-Farbpalette ist um eine Facette reicher: Rosa-Rot."Die Ärzte" eröffnen die deutsche "ZiB 2": "Tagesthemen"-Intro meistvertwittert am Wochenende "Hier ist das Ärzte Deutsche Fernsehen mit den Tagesthemen!" Foto: Screenshot ARD Tagesthemen Die öffentlich-rechtliche ARD versandte den populärsten deutschsprachigen Tweet des Wochenendes – mit dem Intro der"Ärzte" zu den"Tagesthemen" am Freitag, einer Art"ZiB 2" des Ersten Deutschen Fernsehens.Drucken 1.Buchvorstellung Eine Reise durch die Wiener Wohngeschichte Der Wohnbauforscher Wolfgang Förster reist in seinem Buch durch 2000 Jahre Wiener Geschichte – und zeigt, was die Wohnsituation über den Zustand einer Gesellschaft aussagt Foto: Austrian Archives / Imago / picturedesk.

Jahrelang waren die Bundesländer rot oder schwarz oder später rot-schwarz regiert. Dann kam es zu einer Ausweitung der Koalitionszone: Das rot-grüne Experiment in Wien - das nun offenbar zu Ende geht - währte 10 Jahre, in Vorarlberg sind die Grünen seit 2014 Teil einer schwarz-grünen Koalition. In Tirol und Salzburg (dort unter Neos-Beteiligung) sind die Grünen ebenfalls Teil der Landesregierung. Auch laut Langzeitstudie „Austrian Corona Panel Project“ der Universität Wien - da werden regelmäßig 1500 Personen als repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung befragt - gab es im Oktober rund 41 Prozent Zufriedene. In Oberösterreich regiert Türkis-Blau, Burgenland und Kärnten sind rot, Niederösterreich ist fest in der Hand der ÖVP.\nIn den vergangenen zehn Jahren hat sich ein politisches Kunterbunt entwickelt, und das ist zweifellos ein Fortschritt gegenüber der jahrzehntelangen Zweifarbigkeit der rot-schwarzen Republik.

\nUnd nun also vielleicht bald Rot-Pink - die zweite Regierungsbeteiligung für die Neos nach Salzburg, wo sie seit 2018 mit Andrea Klambauer eine Landesrätin stellen. Das ist Vergangenheit, die Zahl der Unzufriedenen steigt . Den Zug zum Tor kann man den Neos nicht absprechen: Fast auf den Tag genau vor acht Jahren wurden die Neos gegründet und sind nun schon in zwei Landesregierungen vertreten, eine Leistung, für die die Grünen 28 Jahre - seit Gründung - gebraucht haben.\nDer Wiener Bürgermeister Michael Ludwig verkauft die rosa-rote Koalitionsvariante als 'mutiges Experiment', im Vordergrund dürfte aber etwas anderes stehen: Die Pinken dürfen nur einen amtsführenden Stadtrat beanspruchen, den Grünen wären aufgrund ihres Wahlergebnisses zwei zugestanden. Zudem sind die Neos im Vergleich zu den Grünen - die den Rathausbetrieb seit 1991 kennen - auf dem Wiener Rathausparkett noch recht unerfahren. So waren Mitte Oktober nur fünf Prozent der Meinung, dass die Corona-Maßnahmen in Österreich überhaupt nicht ausreichend sind. Bürgermeister Ludwig dürfte wohl darauf hoffen, dass die Neos deshalb auch pflegeleichter als seine bisherigen Koalitionspartner sein werden.

Dennoch: Ein Neos-Regierungsamt im wirtschaftlich bedeutendsten und bevölkerungsreichsten Bundesland der Republik bringt den Neos Prestige und Sichtbarkeit. Auf Bundesebene sind die Pinken in den Umfragen schon jetzt eine - wenn auch derzeit hauchdünne - Koalitionsoption für die ÖVP. Auch gilt für die jeweiligen Amtsinhaber - also Kanzler und Minister sowie Landeshauptleute - weiterhin, dass ihnen gemäß APA/OGM-Vertrauensindex mehr Menschen vertrauen als misstrauen. Das strategische Ziel der Pinken ist es aber, die Grünen als Koalitionspartner der ÖVP im Bund abzulösen. Eine solide Performance in Wien könnte die Neos diesem Ziel bei den nächsten Wahlen näherbringen.\nFür die Grünen ist der Verlust der Regierungsverantwortung im Wiener Rathaus hingegen ein echtes Problem: Bisher waren die Grünen in Koalitionen mit Rot und Türkis und konnten sich als Partei zwischen beiden politischen Polen präsentieren. 4.

Nun gibt es nur mehr Grün-Türkis. Gut möglich, dass der progressive Flügel der Grünen nun im Bund fordert, klarer Kante gegen die ÖVP zu zeigen.\n . Wenn die Politik als untauglicher Orientierungspunkt erscheint und jeder sowieso macht, was immer er will, geht die Sache bestimmt schief.