Die große Schanigarten-Unlust: Was Wiener Wirte sagen

Die Stadt stellt öffentliche Schanigärten bereit. Gastronomen üben Kritik, nicht nur an den städtischen Gastgärten

13.03.2021 18:10:00

Die Stadt stellt öffentliche Schanigärten bereit. Gastronomen üben Kritik, nicht nur an den städtischen Gastgärten:

Die Stadt stellt öffentliche Schanigärten bereit. Gastronomen üben Kritik, nicht nur an den städtischen Gastgärten

Die Wienerinnen und Wiener freuen sich auf die Gastronomen und umgekehrt. Ab Ende März soll – wie berichtet – in jedem Bezirk ein öffentlicher Schanigarten aufgestellt werden. Gastronomen, die bei ihren Lokalen über keine Schanigärten verfügen, sollen diese „bespielen“ dürfen – allerdings nur, wenn die Infektionszahlen nicht weiter steigen. Diese Schanigartenareale sollen mit 2,8 Millionen Euro von der Stadt gefördert werden.

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Wenn wir jetzt aufsperren, dann wird das Messer im Rücken nochmals verdreht, denn es wird für uns teurer.Hans Figlmüller| Figlmüller© Bild: Kurier/Jeff MangioneFiglmüller kann es sich trotzdem vorstellen, sich für das Konzept der Stadt zu bewerben. Denn kommt die generelle Öffnung der Gastronomie tatsächlich nur über die Öffnung der Schanigärten, würde es eng: „Wenn wir jetzt aufsperren, dann wird das Messer im Rücken nochmals verdreht, denn es wird für uns teurer“.

Ob die Figlmüller-Restaurants dann aufsperren, sei unklar, denn: Nicht alle verfügen über einen Gastgarten. Die Schanigarten-Öffnung mache Sinn für Ausflugslokale im Grünen, alle anderen hätten Probleme. „Wenn es vier Tage regnet, müsste ich die frische Ware entsorgen“, sagt er. Und: „Betriebswirtschaftlich sinnvoll ist das alles nicht.“ 30.000 Euro koste etwa sein Schanigarten am Lugeck über die Sommersaison hinweg. Figlmüller hofft auf eine Öffnung im April, inklusive Innenräumen. headtopics.com

Ganz ähnlich wie sieht das Jessy Liu. Liu ist jung und ehrgeizig, sie führt die asiatischen Restaurants Mae Aurel (1., Salzgries 3), Ginza Yipin (22., Wonkapl. 1) und vor wenigen Wochen hat sie Thailanna (22., Bodmergasse 47) eröffnet. „Einen meiner Schanigärten jetzt zu öffnen, zahlt sich nicht aus“, sagt Liu.

Ich verliere jeden Tag Geld. Derzeit ist es einfach eine reine Beschäftigungstherapie für mein Personal.Petra Führich© Bild: Kurier/Jeff MangioneÖffnen oder nichtTake-away funktioniere in ihren Lokalen tadellos: „Die Leute nehmen sich ihr Essen derzeit sowieso mit und essen es dann im Park oder am Donaukanal“, sagt sie. Kommt die Schanigarten-Öffnung, müssten sich die Gastronomen womöglich auch noch um das Präventionskonzept und die Datensammlung kümmern und die Tests kontrollieren. Einer Gastro-Öffnung nur mit Schanigärten erteilt sie eine Absage – und zwar „eindeutig“, wie Jessy Liu sagt.

Auch Petra Führich, die seit 28 Jahren das Restaurant Führich (1., Führichgasse) leitet, findet harte Worte: „Ich verliere jeden Tag Geld, derzeit ist es eine Beschäftigungstherapie für mein Personal“. Die einzige Lösung für sie sei eine komplette Öffnung.

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