Der Historiker Thierry Lentz im Interview: „Napoleon ist gescheitert, weil er ein Spieler war, aber er steckt bis heute in uns“

Interview: Der französische Historiker Thierry Lentz erklärt, warum der große Korse selbst 200 Jahre nach seinem Tod noch das Leben der Menschen bestimmt.

05.05.2021 00:18:00

Interview: Der französische Historiker Thierry Lentz erklärt, warum der große Korse selbst 200 Jahre nach seinem Tod noch das Leben der Menschen bestimmt.

Interview: Der französische Historiker Thierry Lentz erklärt, warum der große Korse selbst 200 Jahre nach seinem Tod noch das Leben der Menschen bestimmt.

Schriftgröße kleinerNapoleon habe den französischen Traum von der Vormacht in Europa mit der selben Hartnäckigkeit verfolgt wie vor ihm die Habsburger für Europa© (c) Eric Frotier de BagneuxHerr Lentz, Sie haben zum 200. Todestag von Napoleon eine Streitschrift veröffentlicht, in der Sie den großen Korsen verteidigen. Steht es so schlecht um sein Andenken?

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THIERRY LENTZ:Seien Sie unbesorgt, Napoleon bleibt die beliebteste historische Gestalt der Franzosen und hat auch in Europa zahlreiche Fans. Wie überall erleben wir in Frankreich eine Offensive der Cancel Culture und Rassenlehre in neuem Gewand, mit der unsere Regierenden aus Furcht, einige Minderheiten zu verärgern, nicht zurande kommen. Ich habe mein Buch geschrieben, um die Debatte über dem Niveau heutiger Befindlichkeiten zu führen. Das heißt nicht, dass ich Napoleon um jeden Preis verteidige. Aber ich will die 15 Jahre seiner Regentschaft über die Analyse des historischen Gehalts der gegen ihn erhobenen Vorwürfe in den gebührenden Kontext zu setzen.

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