Dem Handel und dem Virus ist geholfen

Nach dem ersten Shopping-Tag nach dem Lockdown bleibt ein widersprüchliches Gefühl: Wer shoppen geht, mag dem darbenden Handel helfen, für die Eindämmung des Virus ist großes Aufkommen fatal.

08.12.2020 11:29:00

Nach dem ersten Shopping-Tag nach dem Lockdown bleibt ein widersprüchliches Gefühl: Wer shoppen geht, mag dem darbenden Handel helfen, für die Eindämmung des Virus ist großes Aufkommen fatal.

Nach dem ersten Shopping-Tag nach dem Lockdown bleibt ein widersprüchliches Gefühl: Wer shoppen geht, mag dem darbenden Handel helfen, für die Eindämmung des Virus ist großes Aufkommen fatal.

Am heutigen Feiertag wird sich der Ansturm noch verstärken, ist doch der 8. Dezember der Tage, an dem auch in der Natur Lebende urbane Angebote gerne nützen. Man muss nur auf die Nummernschilder der Autos achten. Liebgewonnene Traditionen gibt man umso schwerer auf, wenn alles andere auf dem Kopf steht. Dazu kommt dasselbe Phänomen wie bei der Staubildung: Die anderen sind der Stau, man selber bloß der Leidtragende davon. Jeder, der dieser Tage einkaufen geht, meint, er erledige bloß schnell etwas für Weihnachten. Die anderen sollten das ein anderes Mal tun. Während der Kanzler davon spricht, dass jeden Tag die Sonne aufgeht, und die Geschäfte öffnen, so weiß man, dass zweieinhalb Wochen vor Weihnachten manche Dinge knapp werden. Weil sie jeder will. Das können auch banale Dinge wie rote Baumkerzen sein.

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Beim Schnäppchen wird die Vernunft ganz still. Trotz des Appells der eigenen Zunft haben große Möbelketten nicht auf Rabattschlachten verzichten wollen. Bei Rabatten von fünfzig Prozent setzt ein Effekt ein wie beim All-Inclusive-Buffet: Viele zeigen ihr nicht so schönes Ich. Beim Buffet merkt man die wahre Gesinnung des Menschen, hat der bayerische Satiriker Gerhard Polt einmal gesagt. Bayern hat übrigens die Maßnahmen drastisch verschärft, ebenso wie etliche andere Nachbarländer, deren Sieben-Tage-Fallzahlen weit unter denen von Österreich liegen.

Es wird zu viel über Glühweinstände gesprochen und zu wenig über Ärzte und Pflegekräfte, die unter Hochdruck und mit großer psychischer Belastung arbeiten, hat Deutschlands Bundeskanzlerin Merkel angemerkt. Den Fokus von zu viel oder zu wenig Shopping auf die verzweifelte Situation in den Krankenstationen zu lenken, wäre auch hier angebracht. Die Urteile über das Verhalten der anderen erübrigen sich dann eher rasch. headtopics.com

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