Coronagipfel mit Anschober: Bürgermeister Ludwig schlägt 'Osterruhe' für Ostregion vor

Keine großen Verschärfungen sind vom heutigen 'Ostgipfel' im Büro von Gesundheitsminister Rudolf Anschober zu erwarten. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland wird der Platz knapp auf den Intensivstationen.

23.03.2021 23:10:00

Keine großen Verschärfungen sind vom heutigen 'Ostgipfel' im Büro von Gesundheitsminister Rudolf Anschober zu erwarten. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland wird der Platz knapp auf den Intensivstationen.

Hat sich das der Wiener Bürgermeister von der deutschen Kanzlerin abgeschaut? Im Vorfeld des 'Ostgipfels' schlug Ludwig eine 'Osterruhe' für Wien oder die ganze Ostregion vor. Angela Merkel hatten den Slogan für Ostern ausgegeben: 'Wir bleiben zu Hause.'

Rudolf Anschober(Grüne) in dessen Büro am Wiener Stubenring zusammen. Das Treffen ist notwendig geworden, weil man sich am Vortag beim Corona-Gipfel im Kanzleramt über zusätzliche Maßnahmen für die drei Bundesländern nicht einig geworden ist.

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In Wien, Niederösterreich und im Burgenland stoßen die Intensivstationen an ihre Kapazitätsgrenzen.Seit Tagen warnen Ärzte vor dem drohenden Kollaps in der Ostregion. Alle drei Landeshauptleute können sich durchaus"weiterführende Maßnahmen" vorstellen, solange sie nicht unpopulär sind und tiefe Einschnitte bedingen."Oberösterreich, die Steiermark und Salzburg sind in zwei bis drei Wochen so weit", warnt ein Insider die übrigen Bundesländer vor falschen Schlussfolgerungen.

Die Diskussion im Gesundheitsministerium dürfte durchaus intensiv werden: Denn während Hans Peter Doskozil sich am Dienstag noch für dieÖffnung der Thermenaussprach und Johanna Mikl-Leitner einerSchließung des Handelseine Absage erteilte, mahnt Bürgermeister Michael Ludwig zur Vorsicht:" headtopics.com

Wien ist bereit über alles zu sprechen. Ohne Tabus", heißt es aus dem Rathaus. Bei einer Pressekonferenz betont Ludwig:"Die Gesundheit der Menschen ist mir am wichtigsten. Wir werden daher Maßnahmen setzen, die sicherstellen, dass die Spitalskapazitäten nicht überschritten werden."

Links zum ThemaDie Landeshauptleute aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland sind Dienstagabend"ergebnisoffen" in das Gespräch mit Anschober (Grüne) gegangen. Man wolle sich in aller Ruhe die Ratschläge der Experten anhören und gemeinsam nach Lösungen im Sinne der Bevölkerung suchen, versicherten Ludwig, Doskozil, Mikl-Leitner.

Anschober, der wegen der angespannten Lage in den Spitälern auf schärfere Regeln drängt, sagte beim Empfang der drei Gäste in seinem Haus,dass er sich nicht mit"Alibi-Maßnahmen"zufriedengeben wolle. Es brauche ein"Paket, das wirklich hilft, die steigenden Infektionszahlen zu bremsen". Ludwig sprach von einer

"Osterruhe", die er sich persönlich vorstellen könne. Näheres führte er dazu nicht aus. Er wolle den Gesprächen nicht vorgreifen, aber man wolle faktenbasierte Entscheidungen"im Sinne der Bevölkerung" treffen."Die Gesundheit ist uns dabei das wichtigste." headtopics.com

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Von einem"gemeinsamen Vorgehen" sprach Mikl-Leitner. Auch sie wollte nicht ins Detail gehen, sondern erst die Meinung der Experten hören. Sehr zurückhaltend zeigte sich auch Doskozil, der zuletzt auf Öffnungsschritte gedrängt hatte. Die Landeshauptleute und der Minister seien sich der Verantwortung bewusst, um die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Er wolle zunächst aber die Zahlen und Daten von den Experten hören. Es sei immer schlecht, wenn man solche Dinge"zwischen Tür und Angel bespreche", so Doskozil in Anspielung auf den gestrigen Gipfel im Kanzleramt, der relativ ergebnislos zu Ende gegangen war. Das wichtigstes seien auf jeden Fall die Spitäler und die dortigen Intensivkapazitäten.

Kein scharfer LockdownEin scharfer regionaler Lockdown war im Vorfeld der Gespräche dennoch nicht zu erwarten. Erwogen werden offenbar softeMaßnahmen wie eine Ausweitung der (Gurgel)Tests und eine verstärkte FFP2-Maskenpflicht (etwa auch für Kindergärtnerinnen und jüngere Schüler oder etwa in Sozialräumen von Unternehmen).

Auch raschere Quarantäne-Reaktionen bei positiven Testergebnissen in Schulen dürften kommen. So könnte schon nach einem positiven Fall die ganze Klasse in Quarantäne geschickt werden (derzeit erst ab zwei Fällen). Grenz-Pendler müssen wohl mit Verschärfungen bei der Gültigkeitsdauer der vorzulegenden Tests rechnen. Auch dürfte es Appelle auf bessere Mitwirkung beim Contact Tracing geben. headtopics.com

Zu einer Sperre des Handels, der Rückkehr zum Distance Learning oder schärferen Kontaktregeln zumindest über Ostern wird es wohl nicht kommen. Das wurde bereits mit den Aussagen von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Landeshauptleuten am Montag nach dem großen Gipfel klar. Niederösterreichs Landeshauptfrau Mikl-Leitner unterstrich diese Haltung am Dienstagnachmittag noch einmal nachdrücklich:"

Der heimische Handel muss offen bleiben. Zusätzliche Einschränkungen bringen uns in der Pandemie-Bekämpfung nicht weiter, weil dort (im Handel, Anm.) praktisch keine Weiterverbreitung stattfindet."Anschober würde - wie er nach dem großen Gipfel am Montag erkennen ließ - ein entschiedenes Vorgehen gegen den Zufluss auf die Intensivstationen für durchaus geboten halten.

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Aber als Gesundheitsminister stehe man manchmal"allein auf weiter Flur", ließ er in der"ZiB2" am Montagabend wissen. Er hofft, mit einer"Toolbox" Länder oder Regionen, die besonders betroffen sind, zum Handeln zu bewegen. Ob nach dem Gipfel bereits ein Ergebnis verkündet werden kann, war am Abend unklar.

Corona: 7-Tage-Inzidenz nach BezirkenFoto © (c) APA"Alles steht zur Diskussion"SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner regte die Rücknahme der"verfrühten" Öffnungsschritte von Anfang Februar an - das betraf den Handel, körpernahe Dienstleistungen und Schulen im Schichtbetrieb. Am Montag sprach sich Ludwig noch dagegen aus. Schulschließungen kämen nicht in Frage, auch der Handel soll offen bleiben, sagte Ludwig am Montag: Dort gäbe es Sicherheitsmaßnahmen und man sehe keine großen Ansteckungen.

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