Corona: Was man über den Impfstoff von Astra Zeneca bisher weiß

Corona: Was man über den Astra Zeneca-Impfstoff bisher weiß

23.01.2021 01:40:00

Corona: Was man über den Astra Zeneca-Impfstoff bisher weiß

Die Zulassung in der EU könnte Ende Jänner erfolgen. Warum es Diskussionen um die Wirksamkeit gibt.

pocketZuletzt hat Bundeskanzler Sebastian Kurz die Diskussion um den Impfstoff von Uni Oxford und Astra Zeneca wieder angeheizt: Er forderte von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA eine rasche Zulassung weiterer Impfstoffe."Astra Zeneca kann für Österreich im ersten Quartal zwei Millionen Impfdosen bereitstellen. (...) Europa darf hier nicht zurückfallen", sagte Kurz im Vorfeld des EU-Videogipfels. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Impfstoff.

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Wann ist mit der Zulassung dieses Impfstoffes zu rechnen?Der schwedisch-britische Pharmakonzern Astra Zeneca hat die Zulassung seines Corona-Impfstoffes am 12. Jänner bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA beantragt. Der Impfstoff könnte nach Einschätzung der EU-Kommission Ende Januar zugelassen werden und wäre damit nach den Wirkstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna das dritte in der EU eingesetzte Vakzin. Möglicherweise ist der Tag, an dem der zuständige Ausschuss der EMA die Zulassung empfehlen wird, der 29. Jänner. Zumindest ist für diesen Tag ein Treffen des zuständigen Ausschusses fixiert. Anschließend muss die EU-Kommission noch die formale Zulassung erteilen, das kann aber innerhalb weniger Stunden der Fall sein.

Ist damit zu rechnen, dass sich die Arzneimittelagentur von Zurufen aus der Politik drängen lassen wird?EMA-Experten haben bisher immer betont, dass sie sich nicht unter Druck setzen lassen und ihre Beschlüsse"ausschließlich auf Basis der wissenschaftlichen Datenlage treffen". headtopics.com

Um welche Technologie handelt es sich bei dem Impfstoff von Astra Zeneca?Der Impfstoff ist ein sogenannter Vektorimpfstoff: Für solche Vektorimpfstoffe nutzt man ein Trägervirus ("Vektor"), das für Menschen harmlos ist. Beim Impfstoff von Astra Zeneca handelt es sich um ein abgeschwächtes Schnupfenvirus von Schimpansen. Es wird genetisch so verändert, dass es dem krankmachenden Virus oberflächlich gleicht. Der entstandene Vektor wird vom Immunsystem als bösartiger Erreger erkannt; es bildet Abwehrstoffe. Der Impfstoff kann normal gekühlt (plus zwei bis plus acht Grad) für mindestens sechs Monate aufbewahrt und transportiert werden.

© Bild: REUTERS/JASON CAIRNDUFFWie unterscheiden sich Vektorimpfstoffe von den Boten-RNA-Imfpstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna?Bei diesen bekommt der Körper die Bauanleitung für ein Protein der Hülle des SARS-CoV-2-Virus injiziert. Dabei handelt es sich um genetisches Material,"Boten-RNA", die in den Zellen abgelesen wird und die Bildung des Proteins anregt. Der Körper erkennt dieses als fremd und produziert Abwehrstoffe. Die Präparate von Pfizer/BioNTech und Moderna sind beide mRNA-Impfstoffe und in Wirkung und Aufbau nahezu identisch.

Man liest von unterschiedlichen Wirksamkeitsdaten beim Impfstoff von Astra Zeneca - einmal 60, dann 70, dann 90 Prozent. Wie erklärt sich das?Wurden zwei volle Dosen im Abstand von mindestens einem Monat verabreicht, lag die Wirksamkeit bei 62 Prozent - im Vergleich zu der Placebo-Gruppe wurden also 62 Prozent der symptomatischen Covid-19-Erkrankungen verhindert. Allerdings: Wurde bei der ersten Impfung nur eine halbe Dosis verabreicht, gefolgt von einer vollen Dosis nach einem Monat, lag die Wirksamkeit bei 90 Prozent. Bei der ersten halben Dosis handelte es sich offenbar um ein (möglicherweise aber sehr glückliches) Versehen bei der Dosierung. In dieser Gruppe waren allerdings nur 1367 Personen, und alle waren jünger als 55 Jahre.

Die kombinierte Analyse beider Dosierungsschemata ergab eine durchschnittliche Wirksamkeit von 70 Prozent. Laut einem Experten der britischen Regulierungsbehörde für Arzneimittel (sie hat den Impfstoff bereits zugelassen) steige die Wirksamkeit auf 80 Prozent, wenn zwischen der ersten und der zweiten Dosis drei Monate vergingen. headtopics.com

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