Impfung, Corona

Impfung, Corona

Corona-Impfung: Aufregung um Nicht-Einhalten der Reihenfolge

Die Behörden wird die Fälle nun prüfen. #Impfung #Corona

19.01.2021 19:15:00

Die Behörden wird die Fälle nun prüfen. Impfung Corona

In manchen Bundesländern wird Kritik laut, dass nicht nach der von den Behörden vorgesehenen Reihenfolge gegen das Corona virus geimpft wird. Das Gesundheitsministerium sieht die Länder in der Pflicht. Übrig gebliebene Impfstoffe wurden an Politiker, Gemeindebedienstete und Angehörige verimpft.

In Vorarlberg gab es deshalb bereits zum zweiten Mal Wirbel. Wie die"Vorarlberger Nachrichten" zunächst berichteten, hat sich der Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt (ÖVP, 65) am Wochenende bei einer Impfaktion in einem Seniorenheim in Feldkirch-Gisingen impfen lassen, obwohl dem offiziellen Impfplan gemäß Politiker noch nicht an der Reihe sind.

Jeder 4. Corona-Infizierte zeigt keine Symptome Sonntags-Rekord bei Neuinfektionen, Anschober sieht 'besorgniserregende Trendwende' - derStandard.at ÖGB: Katzian fordert mehr Arbeitslosengeld und weiterhin Kurzarbeit - derStandard.at

LandeshauptmannMarkus Wallner(ÖVP) übte scharfe Kritik. Matt selbst sah seine Impfung als gerechtfertigt an. Er stehe ständig mit Bewohnern von Seniorenheimen in Kontakt, begründete Matt gegenüber den"Vorarlberger Nachrichten" seine Immunisierung. Zudem habe er die letzte zur Verfügung stehende Impfdosis erhalten,"die sonst verloren gegangen wäre". Laut ORF Radio Vorarlberg ließ er sich nach seiner Ankunft im Heim auf eine Warteliste setzen.

Impfung zuvor verweigertHeim-Ärztin Susanne Furlan hatte hingegen eine andere Sicht der Dinge. Nach der Impfung aller Bewohner des Seniorenheims seien noch 14 Dosen vorrätig gewesen, sagte sie im Rundfunk. Es seien noch vieleLeute aus Hochrisikogruppen headtopics.com

draußen gestanden und hätten geimpft werden wollen. Sie selbst habe Matt die Impfung verweigert.Ebenfalls konträr wurde das Verhalten des Bürgermeisters von Landeshauptmann Wallner beurteilt. Falls bei einer Impfaktion tatsächlich einzelne Dosen übrig blieben, so seien diese in der Zielgruppe zu verimpfen, stellte Wallner klar.

Mitarbeiter und Angehörige eingeladenBereits in der vergangenen Woche hatte es in Vorarlberg Aufregung gegeben, weil Rot-Kreuz-Direktor Roland Gozzi von der Impf-Reihenfolge abgegangen war. Er hatte nicht nur Rot-Kreuz-Mitarbeiter, sondern auch deren Angehörige zur Impfung eingeladen.

Wer zu welchem Zeitpunkt geimpft wird, hatauch in Tirol für Diskussionen gesorgt. So wurde in mehreren Gemeinden offenbar die vorgegebene Impf-Reihenfolge nicht eingehalten. Laut Medienberichten kamen statt Über-80-Jährige oder Risikopatienten Gemeindemitarbeiter oder auch ein Bürgermeister und dessen Frau in den Genuss von überschüssigen Impfdosen aus Alters-und Pflegeheimen. LH

Günther Platter(ÖVP) pochte auf eine strikte Einhaltung.Politiker verwies auf Herz-OPDie"Tiroler Tageszeitung" (Dienstagsausgabe) berichtete etwa von einem Fall aus einer Gemeinde aus dem Bezirk Innsbruck-Land, wo rund 50 Impfdosen in einem Seniorenheim übrig geblieben waren. Deshalb wurden diese an Personen verabreicht, die weder im Heim wohnen noch dort arbeiten - unter ihnen befindet sich auch der Bürgermeister und dessen Ehefrau. Dieser selbst rechtfertigte sich in der Zeitung, indem er angab, selbst zur Risikogruppe zu gehören, nachdem er sich einer Herzoperation unterziehen musste. Warum seine Frau vorgereiht wurde, wollte er allerdings nicht erklären. headtopics.com

Bursche (15) verletzt bei Kontrolle 3 Polizisten Neue Tiktok-Gangs prügeln in der City aufeinander ein Mehr als 100 Feierwütige bei Party in Wohnheim

Laut einem Bericht der Tirol-Ausgabe der"Kronen Zeitung" wiederum wurden in einer Gemeinde im Bezirk Kufstein übrige Dosen an Gemeindemitarbeiter verimpft."Für mich sind die Mitarbeiter der Gemeinde eindeutig systemrelevant", argumentierte der dortige Ortschef.

Die Verimpfung sei nicht im Detail abgestimmt gewesen, ließ indes das Land wissen."Wir haben nochmals unmissverständlich klargestellt, wie zu priorisieren ist. Die wenigen Impfdosen, die wir aktuell zur Verfügung haben, müssen ausnahmslos an jene Personen gehen, die vom Virus besonders gefährdet sind", stellte Platter klar. Bei überschüssigen Dosen aus Alters- und Pflegeeinrichtungen sollen nach ärztlicher Einschätzung weitere Risikopersonen oder Gesundheitspersonal zur Impfung heranzogen werden.

Politiker als AngehörigerAuch inOberösterreichwurden weitere Fälle bekannt, wonach Bürgermeister bereits gegen das Virus immunisiert wurden. Die Ortschefs von Enns (Bezirk Linz-Land) und St. Georgen an der Gusen (Bezirk Perg) versicherten, dass sie sich nicht vorgedrängt hätten. Der Ennser Bürgermeister Franz Stefan Karlinger (SPÖ) bestätigte einen entsprechenden Bericht der"Krone" (Dienstag-Ausgabe), wonach er schon geimpft worden sei. Er betonte gegenüber der APA, nicht als Politiker, sondern als Angehöriger zweier Heimbewohner zum Zug gekommen zu sein.

Politiker als HeimleiterAuch der Bürgermeister von St. Georgen an der Gusen, Erich Wahl (SPÖ), hat bereits eine erste Corona-Impfung erhalten. Es handle sich bei ihm aber nicht um eine Vorreihung, wie er meinte. Betreiber des Seniorenheimes sei die Gemeinde und er als Bürgermeister Dienstvorgesetzter der Mitarbeiter. Damit gehöre er zu jener Gruppe der ersten Impf-Phase, argumentierte er weiter. Die Homepage weist allerdings einen eigenen Heimleiter aus. headtopics.com

Erstmals war am Wochenende bekannt geworden, dass in Eberschwang (Bezirk Ried im Innkreis) bereits Anfang Jänner der rote Bürgermeister sowie zwei Vizebürgermeister (SPÖ und FPÖ) mit Dosen für das dortige Pflegeheim geimpft wurden. Da zu dem geplanten Termin in dem Heim offenbar viele Menschen krank waren, kamen Externe zum Zug.

Nonnen und ein Pater um die 80In einem Wiener Pflegeheim in Floridsdorf sind am Freitag neben den ursprünglich vorgesehenen Personen ebenfalls Anstaltsfremde geimpft worden, da u.a. aufgrund von Krankheiten Dosen übrig geblieben sind. Geimpft wurden u.a. Nonnen und ein Pater aus einer benachbarten Kirche, die ein Alter um die 80 aufweisen. Der Rest wurde danach an Angehörige des Personals verabreicht, da das übrige Serum sonst verdorben wäre.

Rendi-Wagner will Corona-Impfstoff-Produktion in Österreich Regierung legt sich bei Lockerungen nicht fest, Experten warnen vor weiterer Öffnung 170,5: Höchste Sieben-Tage-Inzidenz bei den Jungen

Laut Andreas Huber vom Medizinischen Krisenstab der Stadt Wien sei die Vorgangsweise legal gewesen, da es wichtig sei, keinen Impfstoff zu vergeuden. In Zukunft will man jedoch aufgrund der Anmeldungen beim Impfservice eine gereihte Liste erstellen, mit der Angehörige der Zielgruppe schnell kontaktiert und geimpft werden können, falls Dosen übrig bleiben. Ist das Vakzin geöffnet, bleiben nur

zwei Stunden, um es zu impfen.Ersatz für AusfälleZu der Impfaktion in dem Floridsdorfer Heim waren 22 Bewohner und elf Mitarbeiter angemeldet. Sechs Vials des Biontech-Pfizer-Impfstoffs wurden geliefert. Aus diesen sechs Ampullen konnten 39 Impfdosen herausgezogen werden, so die Sprecherin Susanne Brunner. Eine Mitarbeiterin war krank, die andere hat es sich anders überlegt. An deren Stelle wurden eine Praktikantin und ein Zivildiener geimpft. Sechs angemeldete Bewohner wurden nicht geimpft, weil die Ärztin an Ort und Stelle sich dagegen entschieden hatte, u.a. aufgrund einer vorangegangenen Grippeimpfung oder erst kürzlich überstandener Covid-19-Infektion.

Auch imKlagenfurterHeim des privaten Unternehmens habe man kürzlich auf die Schnelle auf Angehörige, die in der Nähe wohnen, zurückgreifen müssen, sagte Brunner. Dies sei ihres Wissens auch Praxis in anderen Heimen, da es keine Ersatzlisten gäbe, auf die man zurückgreifen kann, falls Dosen übrig bleiben.

Weiterlesen: Kleine Zeitung »