Corona: Angeblicher Hebammen-Brief enthält Fake News zur Impfung

In einem Schreiben behaupten anonyme Geburtshelferinnen, dass es nach der Corona-Impfung zu schweren Schwangerschaftskomplikationen kommen kann. Warum es sich um gefährliche Falschinfos handelt.

Corona, Faktiv

21.01.2022 10:05:00

Anonyme Hebammen behaupten, dass es nach der Corona -Impfung zu schweren Schwangerschaftskomplikationen kommen kann - ohne Beleg. Dabei ist Corona gerade für Schwangere gefährlich. faktiv checkt die Fakten. katharinazwins iholzmueller

In einem Schreiben behaupten anonyme Geburtshelferinnen, dass es nach der Corona -Impfung zu schweren Schwangerschaftskomplikationen kommen kann. Warum es sich um gefährliche Falschinfos handelt.

“In den Social Media verbreitet sich der Brief rasant, vor allem unter Impfskeptikern. Besorgniserregend: Denn Wissenschafterinnen verschlägt es angesichts der Behauptungen in dem Brief die Sprache. Das Österreichische Hebammengremium (ÖHG) distanziert sich ausdrücklich.

Das Österreichische Hebammengremium, das alle rund 2400 Hebammen im Land vertritt, distanziert sich ausdrücklich von den Behauptungen im Brief. Die Beobachtungen „können wir nicht nachvollziehen“, heißt es von Seiten des ÖHG-Präsidiums. „Aus unserer Sicht sind sie nicht zutreffend.“ Und: „Einzelne berufliche Erfahrungen können keinesfalls wissenschaftliche Evidenz oder Expertenkonsens ersetzen.“

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katharinazwins iholzmueller Es gibt noch keine klinische Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit des COVID-19-mRNA-Impfstoffes von BioNtech in der Schwangerschaft. Wird erst durchgeführt ist auf deren Homepage zu lesen. katharinazwins iholzmueller Komisch ist, jedesmal wenn ich anonymen Brief lese, kommt mir die MFG-Partei in den Sinn!

katharinazwins iholzmueller Eure Faktenchecker sind in Wirklichkeit Zensurinstitute. katharinazwins iholzmueller Ja ja, die Art Impfgegner sind Expertinnen in allem. Ärztinnen, Virologen, Hebammen, Pflegerinnen, wovon die auf einmal alles Ahnung haben

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mail pocket Große Sorgen bereiten uns auch berufliche Beobachtungen im zeitlichen Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung von Schwangeren, denen häufig nicht nachgegangen wird: Fehlgeburten, vorzeitige Wehentätigkeit, früher vorzeitiger Blasensprung, vaginale Blutungen, Frühgeburten, Wachstumsretardierung, Eklampsie, Myokarditis, etc. “ Offener Brief von 217 Hebammen unter dem Motto „Hebammen werden laut!“, veröffentlicht im Onlineportal „Wochenblick“ am 10. Jänner 2022 Im Internet kann sich jeder eine beliebige Identität zulegen – und sich wahlweise als Unternehmenseigentümer, als Polizeibeamter oder als Hebammen-Kollektiv ausgeben. Eine E-Mail-Adresse ist schließlich schnell und kostenlos eingerichtet. So eine Mailadresse hat sich auch eine Gruppe zugelegt, die sich selbst „Hebammen werden laut“ nennt und vorgibt, im Namen von 217 österreichischen Hebammen zu sprechen. In einem offenen Brief, der in Form eines E-Mails an mehrere Zeitungsredaktionen verschickt wurde, zweifeln die angeblichen Geburtshelferinnen die Impfung an – und schrecken dabei auch vor heftigen Fake News nicht zurück. Verschwörungstheoretische, FPÖ-nahe und rechtslastige Alternativmedien greifen die Meldung auf, ohne zu hinterfragen, ob sich hinter der E-Mail-Adresse tatsächlich 217 wütende Hebammen verbergen. Oder ob hier eine angesehene Berufsgruppe für Anti-Impf-Propaganda instrumentalisiert wird. In den Social Media verbreitet sich der Brief rasant, vor allem unter Impfskeptikern. Besorgniserregend: Denn Wissenschafterinnen verschlägt es angesichts der Behauptungen in dem Brief die Sprache. Das Österreichische Hebammengremium (ÖHG) distanziert sich ausdrücklich. Das Schreiben zur „freien Impfentscheidung“ wurde von der anonymen Gruppe am 4. Jänner 2022 an die Interessensvertretung der Hebammen, an die Regierung und mehrere Medien, darunter profil, übermittelt. Die Kurzfassung: Die Sicherheit des Vakzins sei „nicht endgültig festgestellt und belegt“, die Datenlage zur Verwendung in der Schwangerschaft „begrenzt“. Ungeimpfte Frauen würden bei der Geburtshilfe Diskriminierung erleben, hätten bei einer Infektion zumeist jedoch ohnehin „milde bis moderate Verläufe“. Mit – unbelegten – Einzelschicksalen schürt der Brief Angst: „Große Sorgen bereiten uns auch berufliche Beobachtungen im zeitlichen Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung von Schwangeren, denen häufig nicht nachgegangen wird: Fehlgeburten, vorzeitige Wehentätigkeit, früher vorzeitiger Blasensprung, vaginale Blutungen, Frühgeburten, Wachstumsretardierung, Eklampsie, Myokarditis, etc.“ faktiv zeigt auf, warum es sich um eindeutige Falschinformationen handelt. Hebammengremium: Beobachtungen „nicht zutreffend“ Das Österreichische Hebammengremium, das alle rund 2400 Hebammen im Land vertritt, distanziert sich ausdrücklich von den Behauptungen im Brief. Die Beobachtungen „können wir nicht nachvollziehen“, heißt es von Seiten des ÖHG-Präsidiums. „Aus unserer Sicht sind sie nicht zutreffend.“ Und: „Einzelne berufliche Erfahrungen können keinesfalls wissenschaftliche Evidenz oder Expertenkonsens ersetzen.“ Ungeimpfte Frauen würden außerdem keinerlei Diskriminierung im geburtshilflichen Setting erfahren, widerspricht das ÖHG. Das Gremium bezweifelt, dass tatsächlich 217 Hebammen, die aus Angst vor Repressalien anonym bleiben wollen, hinter dem Brief stehen würden: „Wir haben einen Newsletter an die Hebammen in Österreich geschickt, in dem wir zu dem Brief Stellung beziehen. Die Reaktionen der Hebammen darauf bestätigen uns in der Überzeugung, dass der Brief höchstens die Ansichten einer kleinen Gruppe an Hebammen wiedergibt.“ Schwangeren und stillenden Frauen sei die Corona-Schutzimpfung weiterhin anzuraten, heißt es gegenüber profil. Gesellschaft für Gynäkologie: „Keine Hinweise auf negative Auswirkungen“ Auch die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) empfiehlt die Verabreichung der Covid-19-Impfung allen Frauen mit Kinderwunsch, Schwangeren und Stillenden, obwohl es sich offiziell noch um einen „Off-Label-Use“ handelt (weshalb Schwangere auch ): „Es gibt derzeit keine Hinweise auf irgendwelche negativen Auswirkungen der Impfung auf den Schwangerschaftsverlauf oder das ungeborene Kind. “ Nach Alexandra Ciresa-König , Oberärztin an der Innsbrucker Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und Vorstandsmitglied der OEGGG, gebe es „ausreichend wissenschaftliche Untersuchungen mit einer großen Anzahl von Patientinnen“. Zu den mutmaßlichen Beobachtungen der Hebammen im Brief meint die Expertin: „Von wissenschaftlicher Seite können wir das nicht bestätigen. Wir im OEGGG-Vorstand sind alle praktizierende Gynäkologinnen und Gynäkologen aus geburtshilflichen Abteilungen in ganz Österreich. Wir sehen keinen Anstieg von den genannten Schwangerschaftskomplikationen bei Patientinnen, die gegen Covid-19 geimpft worden sind.“ Sehr wohl beobachtet werden konnten im vergangen Jahr jedoch „komplizierte Schwangerschaftsverläufe“ bei Covid-Infizierten, so die Fachfrau: „Es gab natürlich auch infizierte Patientinnen, die einen leichten Verlauf hatten. Aber es gab eine Anzahl von sehr schwerwiegend erkrankten Schwangeren, vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft, und darunter auch mehrere, die intensivmedizinische Betreuung benötigt haben, wo wir um das Leben von Mutter und Kind gebangt haben.“ Wurden von Schwangeren vermehrt Nebenwirkungen gemeldet? In Österreich erfasst das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) alle vermuteten Nebenwirkungen von Arzneimitteln und Impfstoffen. In deren sind die Beobachtungen, die im offenen Breif geschildert werden, nicht enthalten. Auf profil-Nachfrage heißt es jedoch, ein vermuteter Zusammenhang mit einer vorzeitigen Beendigung der Schwangerschaft „wurde insgesamt acht Mal gemeldet (4x Comirnaty, 3x Vaxzevria, 1x Janssen).“ Betont wird, dass nicht jedes Krankheitszeichen, das im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung auftrete, auch auf die Impfung zurückzuführen sei: „Wenn Impfstoffe an sehr viele Personen verabreicht werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass nach einer Impfung Beschwerden auftreten, die nicht durch die Impfung, sondern durch andere Ursachen, wie eine zeitgleich oder kurz danach aufgetretene andere Erkrankung, ausgelöst wurden.“ Hebammen können keinen Beleg liefern Doch wie kommt das – anonyme – Kollektiv an Hebammen auf seine Behauptungen? Und wer verbirgt sich wirklich dahinter? profil kontaktiert die Mailadresse, die den offenen Brief abgeschickt hat. Die Antwort fällt allgemein aus: Mit Fehlgeburten und anderen schwerwiegenden Komplikationen in der Schwangerschaft „waren wir in der Geburtshilfe schon immer konfrontiert“. Und: „Wenn eine solche Normabweichung aber in (sehr) nahem zeitlichen Zusammenhang mit einer Covid-19 Impfung auftritt, werden wir Hebammen aufmerksam. Wir selbst können dies aber weder statistisch noch wissenschaftlich aufarbeiten. Daher müssen wir unsere Wahrnehmungen artikulieren, was wir mit unserem offenen Brief getan haben.“ Einen Beleg für den behaupteten Zusammenhang zwischen Komplikationen und Impfung können die Personen hinter der Mailadresse also nicht liefern, auch keine wissenschaftlichen Nachweise. „Wir, als Hebammen, können weder mit Sicherheit sagen, dass die Impfung ursächlich ist, noch dass sie es nicht ist“, schreiben sie weiter und wünschen sich dennoch eine „kritische Offenheit“. profil sicherte dem Kollektiv die Wahrung der Anonymität zu, bat aber um einen Beleg dafür, dass hinter der Mailadresse tatsächlich Hebammen stehen. Bis Redaktionsschluss blieb diese Bitte unbeantwortet. Virologin Dorothee von Laer © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH / GEORG HOCHMUTH Von Laer: „Kein erhöhtes Risiko für Fehl- oder Frühgeburten“ Die Moral von der Geschichte: Anonyme Mailadressen sind nicht vertrauenswürdig. Und unbelegte Einzelfälle sind keine wissenschaftliche Evidenz. Die Virologin Dorothee von Laer von der MedUni Innsbruck erläutert dazu gegenüber profil: „All die von den Hebammen genannten Ereignisse können während der Schwangerschaft auch spontan vorkommen.“ Nur die Auswertung sehr großer Zahlen könne beweisen, ob diese Vorkommnisse bei geimpften Schwangeren häufiger sind: „Und solche großen Studien finden alle keinen Zusammenhang.“ Für eine aktuelle Studie haben US-amerikanische Wissenschafterinnen und Wissenschafter Daten von rund 46.000 Frauen ausgewertet, die schwanger waren und ihr Kind lebend geboren haben. Rund 10.000 von ihnen wurden zwischen dem 15. Dezember 2020 und dem 22. Juli 2021 in der Schwangerschaft gegen das Coronavirus geimpft. 82 Prozent wurden in der Schwangerschaft zweimal geimpft. Der Großteil der Schwangeren erhielt die Impfung im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel. Rund 6,6 Prozent der Frauen bekamen ein Frühgeborenes. Bei den Geimpften lag der Anteil mit 4,9 Prozent niedriger als bei den ungeimpften Frauen mit 7,0 Prozent. Auch hier konnten also keine Auffälligkeiten bei Geimpften festgestellt werden. Eine konnte auch im ersten Schwangerschaftsdrittel keine negativen Effekte feststellen. Ein Blick nach Deutschland