Blutbad mit über 80 Toten in Myanmars viertgrößter Stadt

Militär setzt laut Bürgerrechtlern Gewehrgranaten gegen Demonstranten ein. Regime verurteilt 19 Menschen zum Tode.

11.04.2021 22:59:00

Militär setzt laut Bürgerrechtlern Gewehrgranaten gegen Demonstranten ein. Regime verurteilt 19 Menschen zum Tode.

Militär setzt laut Bürgerrechtlern Gewehrgranaten gegen Demonstranten ein. Regime\r\nverurteilt 19 Menschen zum Tode.

pocketDie Militärs in Myanmar haben in der viertgrößten Stadt des Landes möglicherweise ein Blutbad unter Demonstranten angerichtet. Es dauerte einen Tag, bis die Einzelheiten durchsickerten, aber nach Angaben von Aktivisten wurden bei der brutalen Niederschlagen von Protesten am Freitag in der Stadt Bago dutzende Menschen getötet. Die Hilfsorganisation für politische Gefangene (AAPP) sprach am Samstag von"über 80" Toten.

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© Bild: APA/AFP/Kanbawza Tai News/HANDOUT / HANDOUTDa die Militärjunta inzwischen das Mobilfunknetz stark gedrosselt hat, wird es zunehmend schwierig, Nachrichten über Razzien und Tote zu überprüfen. Von der Nachrichtenagentur AFP überprüfte Videoaufnahmen scheinen das brutale Vorgehen von Militär und Polizei in der rund 65 Kilometer nordöstlich von Yangon gelegenen Stadt jedoch zu bestätigen: Darauf ist zu sehen, wie Demonstranten hinter Sandsackbarrikaden kauern und mit selbst gebauten Gewehren hantieren, während im Hintergrund Explosionen zu hören sind.

Der Oberbefehlshaber: General Min Aung Hlaing© Bild: REUTERS/STRINGEREin Anrainer berichtete AFP, wie Leichen in einen Armeelaster geladen wurden, der kurz darauf wegfuhr. Den Rettungskräften sei es nicht erlaubt worden, in die Nähe der Toten zu kommen. Viele Einwohner seien vor der Gewalt in die nächstgelegenen Dörfer geflüchtet. Die staatliche Zeitung"New Light of Myanmar" berichtete von einem Toten. Demnach waren die Behörden gegen"Aufrührer" eingeschritten. headtopics.com

Das Büro der Vereinten Nationen in Myanmar erklärte am Samstagabend im Onlinedienst Twitter, es gehe der Gewalt in Bago nach. Den Verletzten sei medizinische Behandlung"verweigert" worden."Wir fordern die Sicherheitskräfte auf, medizinischem Personal zu erlauben, die Verletzten zu behandeln", forderte das UN-Büro.

Seit Februar mindestens 618 Zivilisten getötetNach einer Zählung von AAPP wurden seit dem Militärputsch Anfang Februar mindestens 618 Zivilisten getötet. Ein Juntasprecher sprach hingegen am Freitag von 248 getöteten"gewalttätigen Terroristen".

Zu gewaltsamen Zusammenstößen kam es am Samstag auch in der Stadt Tamu im Nordwesten Myanmar. Demonstranten setzten sich gegen Soldaten zur Wehr, die Barrikaden niederreißen wollte. Nach Angaben eines Anrainers wurden zwei Zivilisten getötet, als Soldaten wahllos in die Menge schossen. Außerdem seien mehr als ein Dutzend Soldaten getötet worden, als Demonstranten einen Sprengsatz auf einen Militärtransporter geworfen hätten.

Auch in der Wirtschaftsmetropole Yangon und der zweitgrößten Stadt Mandalay gingen die Proteste weiter. In Yangon beschmierten Demonstranten die Straßen unweit der berühmten Shwedagon-Pagode mit roter Farbe - stellvertretend für das bereits vergossene Blut. headtopics.com

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19 Menschen zum Tode verurteiltFür scharfe Kritik sorgten unterdessen Berichte der Staatsmedien, wonach 19 Menschen von einem Militärgericht in Myanmar wegen Raubes und Mordes zum Tode verurteilt worden seien, davon 17 in Abwesenheit. Der Experte Phil Robertson von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wies darauf hin, dass in dem südostasiatischen Land seit mehr als 30 Jahren keine Hinrichtungen mehr vorgenommen worden seien.

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