Basar für Impfstoffe: Kurz prangert ungerechte Impfstoffverteilung in der EU an

Malta dürfte bereits im Mai seine Bevölkerung durchgeimpft haben, andere Länder wie Bulgarien und in Lettland erst Ende des Sommers.

12.03.2021 15:03:00

Malta dürfte bereits im Mai seine Bevölkerung durchgeimpft haben, andere Länder wie Bulgarien und in Lettland erst Ende des Sommers.

Malta dürfte bereits im Mai seine Bevölkerung durchgeimpft haben, andere Länder wie Bulgarien und in Lettland erst Ende des Sommers.

Sebastian Kurzhat in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz sein Unverständnis über die unterschiedliche Impfstoffverteilung innerhalb der EU zum Ausdruck gebracht. Bekanntlich werden die Impfstoffe nach dem Bevölkerungsschlüssel zwischen den 27 EU-Staaten verteilt, so gesehen sollte es innerhalb der EU keine Vorreiter und Nachzügler geben. Jüngsten Statistiken zufolge haben in Malta bereist 15 Prozent der Bevölkerung die erste Impfung erhalten, in Ungarn sind es 11 Prozent, in Dänemark neun Prozent. Österreich liegt bei sechs Prozent, Lettland und Bulgarien bei 3 Prozent.

KommentarHandfester oder vermeintlicher EU-Skandal? Rasche Aufklärung nötigUrsprünglich habe man gedacht, es hänge an der unterschiedlichen Impfgeschwindigkeit, doch das sei nicht der Grund, so der Kanzler. „Die Lieferungen erfolgen nicht nach Bevölkerungsschlüssel.“ Malta soll bis Ende Juni verhältnismäßig dreimal so viele Impfdosen bekommen wie andere EU-Länder. Österreich liege im Mittelfeld.

Die PressekonferenzAls Ursache sieht der Kanzler Nebenverhandlungen im so genannten Steering Board der EU. Dort habe eine Art Basar geherrscht, wo zusätzliche Abmachungen zwischen Mitgliedsstaaten und Pharmaunternehmen getroffen worden sein sollen. headtopics.com

Verträge sollen offengelegt werdenDas widerspreche der Vereinbarung der Regierungschefs. „Viele der Regierungschefs, die ich in den letzten Tagen kontaktiert habe, waren selbst sehr überrascht, dass es nicht nach Bevölkerungsschlüssel geht.“ Der Kanzler fordert die EU, dass die bisher unter Verschluss gehaltenen Vereinbarungen mit dem Impfherstellern zumindest den Staats- und Regierungschefs vorgelegt werden.

Irritierend: Ausdrücklich betonte der Kanzler, dass er"der EU keinen Vorwurf" machen wolle und bedankte sich bei Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel. An welche Stelle sich die Kritik konkret richtete, bliebt zunächst offen.

Dass es zu einer ungleichen Verteilung von Impfdosen kommen kann, bestätigte auch ein Sprecher der EU-Kommission - das liege aber am Grundkonzept. Die EU-Staaten könnten sich im sogenannten Steering Board, in dem mit Clemens Martin Auer auch Österreich offiziell vertreten ist, für mehr oder weniger Impfstoffe entscheiden."In diesem Kontext ist ein neuer Verteilungsschlüssel möglich", sagte ein EU-Kommissionssprecher in Brüssel am Freitag - Impfkontingente, die von einem Land nicht gebraucht werden, können von einem anderen erworben werden.

So könnten die Mitgliedstaaten entscheiden, ob sie von Lieferungen ein"Opt-out" in Anspruch nehmen, sagte der Sprecher. Der Steuerungsausschuss mit Gesundheitsbeamten der Mitgliedstaaten sei wichtig bei der Umsetzung der Verträge. Entscheidungen in dem Board würden aber zwischen den EU-Staaten und der EU-Kommission gemeinsam vereinbart. headtopics.com

Die EU-Kommission halte an ihrem Ziel fest, dass bis Ende des Sommers alle Erwachsenen in der EU geimpft seien, sagte ein Sprecher der EU-Behörde weiter. Die Impfstofflieferungen seien eine wichtige Komponente, aber nicht die einzige. Weiterlesen: Kleine Zeitung »

Bibel - Thomas Brezinas Glaubensbekenntnis in Versen

Ein ausführliches Gespräch mit dem Autor über seine neue Bibel in Reimen, Gebete, die Selbstverständlichkeit seiner Ehe, das Schreiben im Lockdown...

Und schon wieder sind die anderen schuld. Führungsstärke? Fehlanzeige!