Auf einem schmalen Grat: Von Schranz bis Djokovic: Der Sport als Spielfeld für Nationalismus

14.01.2022 10:22:00

Sport kann Völker versöhnen. Und er kann sie trennen. Das geschieht dann, wenn er wie im Fall Djokovic zum Vehikel von Nationalismus wird. Grund, mit dem Finger auf Serbien zu zeigen, gibt es freilich keinen. Auch den Österreichern sind solche Wallungen…

Sport kann Völker versöhnen. Und er kann sie trennen. Das geschieht dann, wenn er wie im Fall Djokovic zum Vehikel von Nationalismus wird. Grund, mit dem Finger auf Serbien zu zeigen, gibt es freilich keinen. Auch den Österreichern sind solche Wallungen…

Sport kann Völker versöhnen. Und er kann sie trennen. Das geschieht dann, wenn er wie im Fall Djokovic zum Vehikel von Nationalismus wird. Grund, mit dem Finger auf Serbien zu zeigen, gibt es freilich keinen. Auch den Österreichern sind solche Wallungen nicht fremd.

Schriftgröße kleinerLandsleute des serbischen Tennisstars Novak Djokovic protestieren in Melbourne gegen die ihrer Meinung nach skandalöse Behandlung ihres Idols I© AFPDas ganze Land war in Aufruhr. Die Volksseele kochte. Tageszeitungen zogen Vergleiche zu den Hexenverbrennungen. Der Sportminister rief zum Boykott auf. Sogar eine Bombendrohung gegen die US-Botschaft in Wien gab es. Und Bundeskanzler Bruno Kreisky bereitete dem wegen Verstoßes gegen die Amateurbestimmungen von den Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo ausgeschlossenen Ski-As Karl Schranz einen triumphalen Staatsempfang. An die 100.000 Menschen jubelten ihrem Idol zu, als ihnen dieses vom Balkon auf dem Ballhausplatz zuwinkte. „Für was ist das gut?“, soll, so geht die Fama, der Eigenbrötler aus Sankt Anton in Tirol am Abend gefragt haben, als das Spektakel endlich vorüber war.

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