Anton Zeilinger: „Quantenheilung ist schlicht und einfach Mumpitz“

04.10.2022 13:28:00

Wie funktioniert das Beamen? Surfen wir bald alle im Quanteninternet? Wo findet die Wissenschaft Platz für Gott? Anton Zeilinger ist Österreichs berühmtester Physiker – und seit Dienstag Nobelpreisträger

: Die Geschwindigkeit kann man nicht vergleichen, da hier andere Prinzipien gelten. Aber es gibt mathematische Probleme, von denen man annimmt, dass ein Supercomputer sie in Milliarden Jahren nicht lösen kann - ein Quantencomputer aber schon. Er birgt durch die parallele Rechenweise enorme Kapazitäten.

: Wir übertrugen den exakten Quantenzustand eines Lichtteilchens auf ein anderes. Es ging also um eine sehr spezielle Form der Datenübertragung.: Nein. Das ist heute noch genauso Science-Fiction wie vor unserem Experiment 1997. Aber die Informationsübertragung zwischen Quantencomputern ist heute möglich, dafür haben wir damals den Grundstein gelegt.

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Wir sind Nobel! ArminWolf Es wäre falsch GOTT auszuklammern. Das hat schon Charles Darwin zum Ausdruck gebracht: 'In meinen extremsten Gedanken war ich nie ein Atheist in dem Sinne, dass ich die Existenz Gottes verneint hätte.' (F.Darwin 1887, I, 274) fassmann als nachfolger? 🤡🤡🥳🥳

Svante Pääbo: Sechster Laureat, der wie der Vater einen Nobelpreis erhältDer frischgebackene Medizinnobelpreisträger setzt eine 'Familientradition' fort. Beinahe wäre auch einem österreichischen Vater-Sohn-Gespann diese Ehre zuteilgeworden

Wie sich Van der Bellen zum scharfen Putin-Kritiker veränderteWIEN. Die Einschätzung von Russland sowie von Wladimir Putin hat sich bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen zuletzt stark verändert.

Wie ein Polizeijurist ohne Parteibuch Karriere machteDer Jurist Rudolf Keplinger ist zum zweithöchsten Polizisten Oberösterreichs aufgestiegen – obwohl er kein Parteibuch hat. [OÖNplus]

„Wie im echten Leben“: Hier macht die Elite auf Prekariat„Wie im echten Leben“ mit Juliette Binoche, in der Regie des gefeierten Autors Emmanuel Carrère: weniger Analyse der sozialen Lage als eigener Befindlichkeiten.

Behandeln wir Informationen wie materiellen Besitz, Frau Litovsky?Bei Gütern kennen wir den sogenannten Besitztumseffekt: Etwas, was man bereits hat, wird mehr geschätzt als etwas von gleichem Wert, das man nicht besitzt. Wir haben uns gefragt, ob das auch für Informationen gilt. Das könnte nämlich erklären, warum wir Inhalte vermeiden, die unseren Überzeugungen widersprechen - weil das ja bedeuten würde, dass wir Informationen, die wir bislang für richtig hielten, 'verlieren'.

Wie entstehen Kondensstreifen am Himmel?Ob die Verschwörungstheorien zu den sogenannten „Chemtrails“, also den Kondensstreifen am Himmel, wirklich wahr sind und was Flugzeuge tatsächlich ausstoßen, erklärt Experte Carsten Scharlemann.

: Man kann ihm mehrere Rechenprobleme gleichzeitig stellen.Der frischgebackene Medizinnobelpreisträger setzt eine "Familientradition" fort.etwa  3 Min Hatte er nach der russischen Annexion der Krim noch Verständnis für Moskau gezeigt, verurteilte er nach dem 24.Lesedauer etwa  1 Min "Farblose" sind in der Polizei Beamte, die kein Parteibuch haben und damit nicht selten im Nachteil sind, weil sie weder eine große Lobby noch Fürsprecher haben.

Er rechnet sie nicht nebeneinander, sondern überlagert sie. profil : Ist er dadurch schneller? Zeilinger : Die Geschwindigkeit kann man nicht vergleichen, da hier andere Prinzipien gelten. Svante Pääbo, der frischgekürte Medizinnobelpreisträger, ist der erst sechste Sohn, der es seinem Vater gleichtut: Sune Karl Bergström, der sich freilich eher wenig um das Fortkommen seines Sprösslings kümmerte, war 1982 gemeinsam mit zwei Kollegen für bahnbrechenden Arbeiten über Prostaglandine und nahe verwandte biologisch aktive Substanzen ausgezeichnet worden. Aber es gibt mathematische Probleme, von denen man annimmt, dass ein Supercomputer sie in Milliarden Jahren nicht lösen kann - ein Quantencomputer aber schon. Zumindest zwei Mal hätte Van der Bellen Gelegenheiten gehabt, in Präsenz Putins öffentlich Kritik an dessen autoritärem Kurs zu üben. Er birgt durch die parallele Rechenweise enorme Kapazitäten. Willkommen bei DER STANDARD Sie entscheiden darüber, wie Sie unsere Inhalte nutzen wollen. profil : 1997 gelang Ihnen zum ersten Mal die Teleportation, womit Sie auch berühmt wurden.

Was genau haben Sie da"gebeamt"? Zeilinger : Wir übertrugen den exakten Quantenzustand eines Lichtteilchens auf ein anderes. Bitte deaktivieren Sie sämtliche Hard- und Software-Komponenten, die in der Lage sind Teile unserer Website zu blockieren. Das russische Staatsoberhaupt war nach Österreich gekommen, um das 50-jährige Jubiläum der Unterzeichnung eines sowjetisch-österreichischen Gaslieferabkommens zu feiern. Es ging also um eine sehr spezielle Form der Datenübertragung. profil : Ihr Spitzname ist seither"Mr.B. Beam". 2019: Van der Bellen blieb vorsichtig Dass der Bundespräsident bei seinem ersten Auftritt mit Putin negierte, eine Vertrauenskrise zwischen Russland und der EU zu sehen, brachten ihm im Anschluss Schelte ein: Man solle einander auch die Wahrheit sagen können und sich nicht in Unterwürfigkeit überbieten, kommentierte etwa der Innsbrucker Politologe Gerhard Mangott gegenüber der APA. Werden wir tatsächlich irgendwann einmal Dinge oder Menschen beamen können? Zeilinger : Nein. Sie haben ein PUR-Abo?.

Das ist heute noch genauso Science-Fiction wie vor unserem Experiment 1997. Aber die Informationsübertragung zwischen Quantencomputern ist heute möglich, dafür haben wir damals den Grundstein gelegt. Bereits 2015 hatte der damalige Grünen-Politiker, so erinnerte der"Standard" am Samstag, Verständnis für Russland gezeigt: Im Buch"Die Kunst der Freiheit" hatte er"verantwortungsloses Gerede von einem NATO-Beitritt der Ukraine" kritisiert, womit Russland vom Schwarzen Meer"praktisch abgeschnitten" gewesen wäre. profil : Wie sieht ein Quantencomputer aus? Zeilinger : Er ist mit einem normalen Computer nicht zu vergleichen, er besteht aus Spiegeln, Lasern und Lichtteilchen oder einzelnen Atomen und ist viel größer. Allerdings arbeiten einige Wissenschafter an der Miniaturisierung. Somit könnte er irgendwann von einem Gehäuse umgeben sein, das dem von üblichen Computern ähnelt. Für das allgemeine Publikum erschien dieses Buch des Pskower Historikers Waleri Kusmin erst Ende 2021 in Moskau.

profil : Die ÖAW unterstützt ukrainische Forscher, indem sie ihnen Forschungsaufenthalte in Österreich anbietet. Wie wird das angenommen? Zeilinger : Sehr gut, wir haben bereits viele Bewerbungen erhalten. Ukrainische Kolleginnen und Kollegen können sich bei uns als Gastforscherinnen und -forscher in Österreich melden. Insbesondere die Angst vor Repressionen und Verschleppung, die 1941 zur Übersiedlung der Eltern des Bundespräsidenten aus dem sowjetisch besetzten Estland nach Wien sowie 1945 zu einer weiteren Flucht vor den herannahenden Roten Armee aus Wien nach Tirol führte, hatte jedenfalls auch das Bild des künftigen Politikers von der Sowjetunion und Russland geprägt:"Man hat mir als Kind eingeschärft, in Innsbruck einen Umweg um das sowjetische Konsulat in der Falkstraße zu machen", erzählte der damalige Bundespräsidentschaftskandidat 2016. profil : Von der Politik wurde die Devise ausgegeben, russische Forscher vom internationalen Betrieb so weit wie möglich auszuschließen. Was halten Sie davon? Zeilinger : Nicht viel.

Wir müssen unterscheiden zwischen dem politischen System in Russland und den einzelnen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern. Kurz nach Kriegsbeginn appellierte der Bundespräsident wiederholt und vergeblich an Russland, den Angriff zu stoppen. Die große Mehrheit von ihnen ist genauso gegen den Krieg wie die Menschen im Westen. Wenige Tage nach dem Überfall auf die Ukraine gab es einen offenen Brief von über 7.000 russischen Kollegen, die sich klar dagegen positionierten. Mittlerweile hat sich das geändert. Ich kenne einige, die Putins Regime seit Jahren kritisch gegenüberstehen.

Den Kontakt zu ihnen abzubrechen, halte ich für gefährlich. Es wird eine Zeit nach Putin geben, dann brauchen wir Kontakte zu unseren Kolleginnen und Kollegen in Russland. Putin wolle das russische Imperium unter Einbeziehung der Ukraine neu errichten und verkenne, dass sich die Ukraine in den vergangenen 20 Jahren vollkommen verändert habe und sich nach einer Mitgliedschaft in der EU sehne, sagte er. Und es geht hier nicht um die Gefahr eines Technologietransfers, das halte ich für eine künstliche Aufregung. profil : Was ist mit jenen, die das System unterstützen? Zeilinger : Man muss Institutionen, die dies tun, herausfiltern und ihnen sagen, dass wir die Kontakte mit ihnen bis auf Weiteres einfrieren. Das ist aufwendig, aber notwendig. Es sei vergessen worden, dass es eben Staatenlenker gebe, die auch schwere wirtschaftliche Verluste für ihr Land in Kauf nehmen würden,"um einen ideologisch motivierten Krieg zu führen", analysierte er.

profil : Die Pandemie brachte die Wissenschaftsskepsis der Österreicherinnen und Österreicher zum Vorschein. Warum tun sich hierzulande viele so schwer, der Wissenschaft zu vertrauen? Zeilinger : Ich sehe da eine große Verantwortung der Medien. Ganz einfache Dinge wurden nicht oder zu wenig gut erklärt. Zudem wird fast immer ein Experte gesucht, der gegen die fachliche Mehrheitsmeinung auftritt. Das verunsichert die Menschen.

Die ÖAW hat übrigens einen Wettbewerb ausgerufen: Bis zum Herbst können uns Menschen aus aller Welt Essays zur Frage"Fakt oder Fake: Wie gehen wir mit Wissenschaftsskepsis um?" schicken. Für die besten drei Antworten, ausgewählt von einer interdisziplinär besetzten Jury, gibt es Preisgelder von insgesamt 24.000 Euro. profil : In der Esoteriker-Szene wird häufig mit" Quantenheilung " geworben, auch gegen Covid. Wie finden Sie das? Zeilinger :" Quantenheilung " ist schlicht und einfach Mumpitz.

Esoterikern, die mir damit kommen, sage ich, dass die Quantenphysik viel radikaler ist als ihre Erklärungsversuche über heilende Quantenfelder. Ich rate ihnen, sich einmal ernsthaft damit zu beschäftigen. Dann würde es sie umhauen. profil : Sie bekommen viele Zuschriften von Esoterikern. Was werden Sie gefragt? Zeilinger : Zum Beispiel, ob ich nicht die Wirkung von Homöopathie beweisen könnte.

Auch diverse Hersteller der Zuckerkügelchen haben sich schon mit der Bitte um Gutachten an mich gewandt. Meine Antwort ist stets: Homöopathie hat nichts mit wissenschaftlicher Beweisbarkeit zu tun - sie ist reines Placebo. profil : Der Zufall ist in der Quantenphysik ein alltägliches Phänomen, der Mensch tut sich damit aber schwer. Wie geht es Ihnen damit? Zeilinger : Für mich ist der Zufall ein sehr tröstlicher Gedanke. Dass etwas einfach passiert, ohne Grund oder Erklärung, ist doch schön.

Eine Welt mit Zufall ist offen, frei, spannend. profil : Sie sind religiös. Hat Gott das Universum erschaffen oder haben wir Gott erschaffen, um uns im Universum zurechtzufinden? Zeilinger : Das ist eine gute Frage, auf die man keine Antwort geben kann. Für mich persönlich war immer klar, dass es einen Gott gibt. profil : Wo findet er neben der Physik Platz? Zeilinger : Ich glaube, Gott ist jenseits jeder Erklärbarkeit.

profil : Die Naturgesetze kann man zum Beispiel nicht erklären, es gibt sie einfach. Wäre das eine Möglichkeit, Gott unterzubringen? Zeilinger : Das ist nicht der Beweis für die Existenz Gottes. Das zu behaupten, wäre Unsinn. Es ist aber auch nicht der Beweis dagegen. profil : Sie haben mehrmals den Dalai Lama getroffen.

Was fasziniert Sie an ihm? Zeilinger : Er ist einer der wärmsten Menschen, die ich je getroffen habe. Wir sprachen im Detail sowohl über Physik als auch Buddhismus. profil : Der Dalai Lama versteht etwas von Quantenphysik? Zeilinger : Er ist auf jeden Fall naturwissenschaftlich und technisch hochbegabt. Ich habe gelernt, dass er ein ganz klar rational denkender Mensch ist und die esoterischen Zuschreibungen, die auf ihn projiziert werden, nicht stimmen. Das westliche Bild des Dalai Lama stimmt nicht mit der Wirklichkeit überein.

profil : Sie standen beinahe ein Jahrzehnt an der Spitze der Akademie der Wissenschaften. Was haben Sie nun vor? Zeilinger : Ich mache weiterhin Quantenphysik, viele Experimente laufen schon. Genaueres möchte ich noch nicht verraten. profil : Geht ein Forscher je wirklich in Pension? Zeilinger : Offiziell bin ich schon Pensionist. Aber ich forsche weiter.

Ich freue mich auf weniger Bürokratie in meinem Leben. profil : Für Ihre Nachfolge ließen sich drei Männer aufstellen: Ex-Bildungsminister Heinz Faßmann, der Geochemiker Christian Köberl und der Romanist Michael Rössner. Wäre es nicht an der Zeit gewesen für eine Frau an der ÖAW-Spitze? Zeilinger : Leider hat sich keine Frau beworben, und es wurde auch keine nominiert. profil : Warum haben Sie keine potenzielle Nachfolgerin gefördert? Zeilinger : Ich halte mich als Präsident aus der Wahl vollkommen heraus. Das ist nicht meine Aufgabe.

profil : Grundsätzlich haben Sie sich in den neun Jahren Ihrer Präsidentschaft immer für die Frauenförderung ausgesprochen. Dennoch liegt die Quote bei den Mitgliedern der Akademie bei nur 21 Prozent. Zeilinger : Aber Sie müssen sehen, dass wir bei elf Prozent angefangen haben. Das ist eine große Steigerungsrate. Und: Bei den Wahlen der vergangenen vier Jahre für die Aufnahme neuer Mitglieder lag der Frauenanteil stets über 50 Prozent.

profil : Sie werden immer wieder als Kandidat für den Nobelpreis gehandelt. Haben Sie sich schon einmal überlegt, was Sie sagen würden, wenn der berühmte Anruf aus Stockholm käme? Zeilinger : Ich würde sagen: Wie können Sie mir beweisen, dass dies kein Scherzanruf ist? Anton Zeilinger, 76, auch bekannt als"Mr. Beam", ist ein Pionier der Quantenphysik. 1997 gelang ihm gemeinsam mit Kollegen mit einer erfolgreichen Teleportation der Durchbruch: Das Team übertrug den exakten Quantenzustand eines Lichtteilchens auf ein anderes. Danach experimentierte er mit immer größeren Entfernungen.

Der gebürtige Oberösterreicher sandte verschlüsselte Lichtquanten 600 Meter weit über die Donau, dann teleportierte er den Zustand von Photonen zwischen den Kanarischen Inseln La Palma und Teneriffa - mit 143 Kilometern eine Weltrekorddistanz. Diese Experimente waren die Grundlage für die seit wenigen Jahren mögliche, abhörsichere Quantenkommunikation. Zeilinger, 2013 zum Präsidenten der Akademie der Wissenschaften gewählt, widmet sich ab Juni wieder der Forschung. Vorvergangene Woche wurde Ex-Wissenschaftsminister Heinz Faßmann zu Zeilingers Nachfolger gewählt. Newsletter .