Antikörper: Soll ich mich testen lassen?

Antikörper: Soll ich mich testen lassen?

17.03.2021 14:16:00

Antikörper: Soll ich mich testen lassen?

Wie Antikörper wirken und wann es sinnvoll ist, einen Antikörper-Test zu machen. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

pocketDie Wachau-Gemeinde Weißenkirchen an der Donau galt in der ersten Pandemie-Welle als Hotspot. Das machte sie zum idealen Feld für eine Langzeitstudie über Antikörper, deren Ergebnisse nun von der Donau-Privatuni Krems (DPU) präsentiert wurden: 25 bis 29 Prozent der Einwohner haben demnach Antikörper gegen SARS-CoV2. Das entspricht 350 bis 400 Personen. Positiv getestet wurden hingegen 1,22 Prozent im Frühjahr 2020, im Februar 2021 waren es 6,34 Prozent.

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„Es ist davon auszugehen, dass die ansteckungsbedingte Durchseuchungsrate und die Impfrate gemeinsam zu einer Herdenimmunität führen werden. Vermutlich liegen wir in Österreich jenseits von 25 Prozent“, sagt Dennis Ladage von der DPU. Doch was bedeutet das? Der KURIER beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wozu braucht es Antikörper?Kommen wir mit Krankheitserregern in Kontakt, werden vom Immunsystem Antikörper (Proteine) gebildet, um diese zu bekämpfen. Sie sind hochspezifisch, richten sich also gegen ganz bestimmte Erreger, an die sie andocken. Nach einer Infektion steigt die Zahl der Antikörper zunächst stark an, danach sinkt sie langsam wieder ab. Das Immunsystem merkt sich aber über die sogenannten Gedächtniszellen den Erreger und kann bei einer neuerlichen Infektion die Produktion entsprechender Antikörper ankurbeln. headtopics.com

Wie lange schützen Antikörper vor einer Infektion?In der „Wachau-Studie“ hatten 76 Prozent der Weißkirchner Einwohner, die im Juni 2020 positiv auf SARS-CoV2-Antikörper getestet wurden, auch im Februar 2021 noch sehr solide Antikörper-Werte. In einer zweiten niederösterreichischen Kohorte hatten 87,5% der nachweislich im März infizierten Teilnehmer im Februar 2021 noch signifikante Antikörper-Werte. In den überwiegenden Fällen kann auf eine Antikörper-„Haltbarkeit“ von acht bis elf Monaten geschlossen werden. Das entspricht den Ergebnissen ähnlicher internationaler Studien.

Was misst der Antikörper-Test?Gemessen wird die Antikörper-Konzentration im Blut. Das Ergebnis zeigt, ob eine Infektion durchgemacht wurde oder nicht. Die Höhe des gemessenen Wertes ist vom Schweregrad der Infektion abhängig und gibt nach derzeitigem Wissenstand keinen direkten Aufschluss darüber, wie gut man in der Folge vor SARS-CoV-2 geschützt ist. „Wenn jemand schwer erkrankt und lang Symptome hat, setzt sich der Körper sehr intensiv mit dem Virus auseinander. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Antikörper werden gebildet. Jemand mit milderem Verlauf kann deutlich weniger Antikörper aufweisen, weil sein Körper das Virus mit anderen Spielern des Immunsystems sehr gut abwehren konnte“, sagt Lukas Weseslindtner, Virologe an der MedUni Wien.

Soll ich mich auf Antikörper testen lassen?Der Test macht Sinn, wenn man wissen möchte, ob man infiziert war. „Jene, die bereits infiziert waren, haben natürlich den Vorteil, mehr Gedächtniszellen zu haben, und die Hoffnung ist, dass man bei einer neuerlichen Infektion nicht mehr schwer krank wird. Dass nicht automatisch ein vollständiger Schutz gegen jegliche Reinfektion besteht, sondern eine neuerliche Infektion möglicherweise wieder milde Symptome auslöst, liegt daran, dass es ein paar Tage brauchen kann bis sich das Immunsystem wiederaufbaut und die Virusvermehrung stoppt. Problematisch ist, dass man dabei – vielleicht im Glauben nur einen Schnupfen zu haben – das Virus wieder ausscheiden und andere anstecken könnte“, erklärt Weseslindtner. Dass man bereits infiziert war schützt also nicht unbedingt davor, andere anzustecken.

Erkennt mein Immunsystem auch Mutationen?Einige Antikörper gegen SARS-CoV-2 docken ganz exakt dort an, wo das Virus mit der Zelle Kontakt aufnimmt, das ist die Rezeptor-Bindungsdomäne auf dem Spike-Protein. Durch eine Mutation kann diese Rezeptor-Bindungsdomäne so verändert sein, dass die Antikörper sie mitunter nicht mehr erkennen. „Das ist bei der südafrikanischen und der brasilianischen Variante leider der Fall. Die gute Nachricht ist aber, dass die T-Zellen diese Varianten noch erkennen. Dadurch könnten sich Menschen, die die Infektion schon einmal durchgemacht haben, zwar mit diesen Varianten noch einmal infizieren und womöglich wieder ansteckend sein, aber wahrscheinlich hätten sie durch ihre Gedächtnis-T-Zellen keinen schweren Verlauf mehr“, so Weseslindtner. headtopics.com

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Soll ich mich impfen, auch wenn ich schon infiziert war?Grundsätzlich macht das Sinn. „Wir haben beobachtet, dass wenn Leute, die bereits infiziert waren, geimpft werden, die Antikörper-Produktion sehr stark angeregt wird. Das gilt auch für die Gedächtniszellen. Die Qualität und Dauer des Immunschutzes ist bei ihnen nach einer Impfung also wahrscheinlich noch besser. Die Hoffnung ist, dass sie für lange Zeit gar nicht mehr infiziert werden können und somit auch niemanden anstecken“, sagt Weseslindtner. Es gibt erste Hinweise, dass bei bereits durchgemachter Infektion eine einzige Impfdosis für so einen „Booster“ ausreicht. 

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