Kitzsteinhorn, Gletscherbahn, Kaprun

Kitzsteinhorn, Gletscherbahn

20 Jahre: Katastrophe von Kaprun: 'Wir konnten einfach nur auf den Tunnel starren'

155 Menschen kamen bei dem Brand eines Zuges der #Kitzsteinhorn-#Gletscherbahn am 11. November 2000 ums Leben. #kaprun

10.11.2020 16:45:00

155 Menschen kamen bei dem Brand eines Zuges der Kitzsteinhorn - Gletscherbahn am 11. November 2000 ums Leben. kaprun

Am 11. November liegt die Katastrophe von Kaprun genau 20 Jahre zurück. Was damals geschah und was davon geblieben ist - in Bildern und Geschichten aus dem Archiv der Kleinen Zeitung.

Zwei der Todesopfer waren, beide 29 Jahre alt und aus St. Veit in Kärnten. Sie ließen ihren Sohn,Maximilian KonradEr erzählt, zwanzig Jahre nach der Katastrophe, von seinem Schmerz, aber auch von seiner Dankbarkeit."Mein größter Dank gilt meiner Oma und meinem Opa, die mir trotz allem eine echt schöne Kindheit ermöglicht haben", so Konrad. Was damals passierte, habe er erst später begriffen. In der Pubertät sei die Trauer über ihn hereingebrochen.

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Manchmal verspürt der 23-Jährige neben seiner Trauer auch so etwas wieWut oder ein gewisses Hadern."Ich habe viel über den Unglückshergang gelesen, Bücher und Zeitungsartikel besorgt. Und ich empfinde es als Ungerechtigkeit, dass niemand für diese Katastrophe zur Verantwortung gezogen wurde. Das hat mir sehr zugesetzt", sagt er.

Maximilian mit seinen Eltern Karin und Horst KonradFoto © Phino KKIm Strafverfahren konnte die Justiz keine Schuldigen finden, alle16 Beschuldigtenwurden freigesprochen. Laut Urteil ist der Brand wegen einesGebrechens im Heizlüfterausgebrochen, durch eine Verkettung von unglücklichen Umständen sei es in der Folge zu dieser Katastrophe gekommen. Viele Hinterbliebene nahmen die Freisprüche mit headtopics.com

Fassungslosigkeitauf und konnten nicht verstehen, dass es für ein solches Ereignis keine Schuldigen geben soll. Einige von ihnen bezweifelten das Ergebnis viele Jahre und kämpften um ein neues Verfahren.Sie stützten sich dabei aufdeutsche Gutachter

, denen zufolge nicht ein Fehler im Heizlüfter das Unglück verursacht haben soll, sondern der unsachgemäße Einbau des Gerätes, das für eine Standseilbahn gar nicht geeignet sei. Mehrere Opferanwälte stellten im Vorfeld riesige Summen in Aussicht, letztlich waren aber häufig sie die Profiteure und nahmen den Hinterbliebenen zum Teil mehr als die

Hälfte des SchmerzengeldesZehn Jahre nach dem Unglück haben sich dieGletscherbahn-Verantwortlichen offiziell entschuldigt:"Mit anhaltender Trauer und Erschütterung bitten wir von den Gletscherbahnen Kaprun um Verzeihung." Die Katastrophe"geschah in unserem Betrieb, also unter unserer Verantwortung. Zu dieser Verantwortung bekennen wir uns", hieß es in einer Stellungnahme zum 10. Jahrestag.

Olympiasiegerin entkam Katastrophe um HaaresbreiteEine, die unglaubliches Glück hatte und der Katastrophe um Haaresbreite entging istJulia Dujmovits. Die erfolgreiche österreichische Snowboarderin erzählte dem Kleine Zeitung-Redakteur Max Ischia in Sotschi 2014 - als sie Olympia-Gold im Parallelslalom gewann - dass sie damals als 13-Jährige mit dem burgenländischen Snowboard-Kader auf Trainingskurs in Kaprun war. Gemeinsam mit ihren Teamkollegen stand sie am 11. November 2000 in der Menschenschlange vor der Standseilbahn, die headtopics.com

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Minuten späterfür 155 Menschen zur Todesfalle werden sollte.Während sie und ihr Bruder Georg den schicksalhaften Entschluss fassten, die Gruppe zu verlassen, um stattdessen mit der Gondel hochzufahren, kamen all ihre Freunde ums Leben. Sie war traumatisiert, schwor sich, niemals mehr ein Snowboard anzurühren und kämpfte sich dann doch zurück. Sie fasste den Entschluss,

"für meine Freunde irgendwann Olympia-Gold zu holen". Was sie dann in Sotschi auch tat.Julia Dujmovits 2014 beim Olympia-EmpfangFoto © APA/ERWIN SCHERIAUDVI-Team seit dem Unglück im EinsatzSeit dem Katastrophenunglück gibt es in Österreich das

, das auch zu Einsätzen im Ausland ausrückt. DVI (Disaster Victim Identification) steht fürKatastrophen-Opfer-Identifizierung. Das DVI-Team, damals über 235 Spezialisten, darunter 20 Zahnärzte und zehn Gerichtsmediziner, sorgte dafür, dass keiner der am 155 Verunglückten

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